Immer Ärger mit der Parkplatzsuche?

Okt 22

Hier gibt’s die Lösung:

Ein Werbespot von Matthias Lang für Apple/Gravis Deutschland.

Produzenten: Felix von Poser & Sebastian Bartetzko
Kamera: Kaspar Kaven
Musik: David Reichelt
Effekte: Robert Mayer
Schnitt: Sebastian Prittwitz
Ton: Vishad Noris
Kostüm: Barbara Schwarz
Maske: Caro Reckersdrees
Production Design: Saskia Tegethoff
Produktionsleitung: Max Mayer
Aufnahmeleitung: Marina Voeth
First AD: Hoshy März
Buch & Regie: Matthias Lang
mit: Marianne Schubart-Vibach & Sebastian Gerold
uvm.

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Hollywood-ABC: Z wie Zweites Team

Okt 22

Zum Abschluss noch eine große Besonderheit von Big-Budget-Produktionen.
Alle Schauspieler – auch Nebenrollen! – besitzen festangestellte Lichtdoubles, die während des Einleuchtens einer Szene an markierter Stelle stehen und ihre Kollegen vertreten.
Die Schauspieler befinden sich währenddessen im Wohnwagen und besprechen die Szene mit dem Regisseur, sodass sie frisch und abgeschattet vom technischen Wirrwarr anfangen können.
Folglich gibt es also das „Erste Team“ (die Schauspieler), und das „Zweite Team“, die Gesamtheit der Doubles.

Die Sprachkommandos einer Hollywood-Produktion lauten wie folgt:
„Moving on!“ („Nächste Einstellung!“)
„Coming around!“ („Gegenschuss“)
„Bring in second team!“ („Alle Doubles ans Set!“)
„Marking positions!“ („Positionen festlegen, Schärfe nehmen“)
„Give it to lighting!“ („Einleuchten beginnen!“)
„Ready for first team!“ („Schauspieler ans Set, Doubles haben Pause!“)
„Last looks!“ („Drehfertig machen!“)
„Picture is up! („Wir sind drehfertig!“)
„Background Action“ („Komparsen bitte Aktion!“)
„And… Action“
„And… CUT!“

(Aus is‘)

Das war’s nun mit dem ABC.
An dieser Stelle sei meinen treuen Lesern gedankt, die in den letzten 5 Wochen regelmäßig vorbeigeschaut haben, das hat mich sehr gefreut!
Der meistgelesene Buchstabe war übrigens das Y, das hätte ich wirklich nicht erwartet.
Auch wieso ich täglich 4 Leser aus Russland habe, ist mir schleierhaft…

Man sieht sich wieder, gleiche Stelle, gleiche Welle!

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Hollywood-ABC: Y wie Yeah, Sex-Szene!

Okt 21

Irgendwann musste es ja mal soweit kommen, dass in diesem Blog auch diese Schublade aufgemacht wid.
Aus der Kategorie „Was Sie immer schon wissen wollten, aber nie zu fragen trauten“ kommt heute ein kurzer Beitrag über das Drehen von Sex-Szenen.

Natürlich sind die Szenen nur gespielt, alles andere wäre Zuhälterei. Erstens wird genau festgelegt, was zu sehen sein darf und was nicht. (Laut Vertrag der amerikanischen Schauspielergewerkschaft ist „nudity“ nicht im Basis-Paket eines Schauspielers enthalten, und darf daher gedoubelt werden.) Zweitens sprechen sich die Schauspieler ab, was gemacht werden soll und was nicht. Drittens werden beim Drehen bis auf Regisseur und Kameramann alle weit, weit weg geschickt, damit sich die Schauspieler möglichst ungestört fühlen.

Es werden Bett, Sofa, Auto, Teppich, Bettvorleger, Waschmaschine etc. komplett mit schwarzen „Höflichkeits“-Fahnen („Courtesy Flags“) umstellt, damit keine voyeueristische Stimmung aufkommt.
Alle Monitore am Set (bis auf den Regiemonitor natürlich) werden ausgeschaltet. Die Funkverbindung von der Kamera zum Monitor wird deaktiviert und durch eine Kabelverbindungen ersetzt, damit niemand das Funksignal hijacken und ins Internet streamen kann.

Der männliche Schauspieler bekommt dann eine sogenannte „Cock-Sock“ – damit wenigstens der letzte Funken Anstand gewahrt wird. Schaut euch das Bild an und ihr wisst was ich meine. Also, bequeme Socken sehen anders aus.



Die Dinger sollen schrecklich jucken habe ich mir sagen lassen. Deshalb bin ich auch kein Schauspieler geworden.

Übrigens: Aus dramaturgischen Gründen kommt die Bett-Szene (respektive Kuss-Szene in der Light-Variante) in 90% der Streifen genau in der Mitte des Films (außer ganz am Ende, als Happy-End). Da ein normaler Kinofilm 120 Minuten dauert, wäre die Mitte dann die 60. Minute. Und siehe da: unter uns Drehbuchautoren gibt es den geflügelten Begriff SEX AT SIXTY.

Hier kommt der Beweis, von Mainstream bis Arthouse, von Godard bis James Cameron, immer wieder „Sex at Sixty“:

„Im Winter ein Jahr“, Caroline Link, bingo – in der 60. Minute

„Wall Street“, Oliver Stone, in der 65. Minute

„Das Leben der Anderen“, Florian HvD, in der 64. Minute

„Knocked Up“, Judd Apatow, in der 66. Minute

„40 year old Virgin“, Judd Apatow, in der 66. Minute

„Schtonk“, Helmut Dietl, in der 65. Minute

„Wie im Himmel“, Kay Pollack, in der 66. Minute

Manche Filme dauern auch nur 90 Minuten. Daher müsste der Höhepunkt theoretisch in Minute 45 kommen. Und siehe da…..:

„When Harry met Sally“, Rob Reiner, in der 45. Minute

„Außer Atem“, Jean-Luc Godard, in der 44. Minute

„Kramer vs Kramer“, Robert Benton, in der 43. Minute

Einige Jungs übertreiben es natürlich mit der Filmlänge, wie James Cameron. Seine Filme dauern nicht unter 3 Stunden. Bei einem 180-Minüter müsste das Geknutsche theoretisch in Minute 90 kommen. Und, oh Wunder:

„Titanic“, James Cameron, exakt in der 90. Minute

„Avatar“, James Cameron, in der 80. Minute (aber der ganze Film geht ja 160).

Wieso das so ist, möge man in Dramaturgie-Büchern nachschlagen…
(Das Copyright der Standbilder liegt bei den Produzenten)

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Hollywood-ABC: X wie X-ing

Okt 20

X-ing („Cross-ing“ ausgesprochen) steht für „Kreuzung“. Irgendwie hatte ich während meines USA-Aufenhalts ein Faible für Kreuzungen… Vielleicht auch deshalb, damit ich hier etwas für den Buchstaben X finde…

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Hollywood-ABC: W wie Würmer

Okt 20

Erwähnte ich bereits, dass Amerikaner eine Schweiß-Paranoia haben?
Sollte das Drehmotiv keine Klimaanlage haben, wird sie einfach mitgebracht und es werden kühlende „Würmer“ durchs ganze Hause verlegt.

Übrigens auch in Filmstudios. Deshalb ist es da meistens schweinekalt…

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Hollywood-ABC: V wie Video Village

Okt 19

Als Digital Video Assist Operator ist man dafür zuständig, dass der Regisseur immer und überall einen Monitor vor sich stehen hat, in dem er das Kamerabild betrachten kann.
Also wird ein kleines Dorf aufgebaut, in dem sich die wichtigen Leute über Bild und Performance unterhalten können.
Die Sitzordnung ist streng festgelegt: In erster Reihe sitzt mittig der Regisseur, daneben der Script Supervisor und der Director of Photography. In zweiter Reihe der Drehbuchautor, der Ausführende Produzent und der Hauptdarsteller, sollte er gerade nicht vor der Kamera sein. In Dritter Reihe weitere Schauspieler, Produzenten und die Personal Assistants.
Personal Assistants? Hauptdarsteller, Produzent und Regisseur erhalten (zusätzlich zum eigenen Fahrer) Assistenten, die sich um alle persönlichen und geschäftlichen Belange kümmern. Das kann bei einem Schauspieler „Assistant to“ schon auch mal bedeutet, den Zahnarzttermin (oder Botox-Termin) auszuschnapsen, oder mit dem Chihuahua Gassi zu gehen. Bei Regisseuren und Produzenten hingegen ist so ein Job wirklich ein interessantes Betätigungsfeld, vor allem für Filmstudenten.

Zurück zur Sitzordnung: Sollte der Regisseur bereits ein gewisses Standing haben, erhält er seinen eigenen Monitor und darf einige Meter weiter weg – mit Sicherheitsabstand – vom Produzenten sitzen, damit er ihn nicht ständig im Nacken hat. Wortwörtlich gesprochen. Das nennt sich dann „Director‘s Village“.

Ebenso wird ein eigener Monitor für die „Puder-Gang“ aufgebaut (Haare & Make-Up), damit die Jungs und Mädels überprüfen können, ob die Schmalzlocke des Hauptdarstellers noch richtig sitzt.

Übrigens: Die bedruckten Rückenlehnen an den Klappstühlen werden über Nacht in einen Tresor gesperrt. Die Dinger werden nämlich regelmäßig geklaut… Am letzten Drehtag werden die Labels an die Hauptakteure als Souvenir verschenkt.
Das Dümmste, was man an Filmsets machen kann: sich in den Regiestuhl setzen. Das gilt als Majestätsbeleidigung und ist ein unumstrittener Kündigungsgrund. Richtig so.

Morgen geht es weiter mit „W wie Würmer“.

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Hollywood-ABC: U wie Unions (Gewerkschaften)

Okt 18

Directors Guild of America

Die Hollywood-Gewerkschaften sind Fluch und Segen zugleich. Schon seit über hundert Jahren organisieren sich amerikanische Filmschaffende in Gewerkschaften, und wer kein Mitglied einer Gewerkschaft ist, darf auch nicht für eine große Studio-Produktion arbeiten. Um Mitglied einer „Union“ zu werden, muss bewiesen werden, dass man seinen Job beherrscht und es muss eine Mindestanzahl an bereits gearbeiteten Drehtagen aus Non-Union-Jobs mitgebracht werden.

Es gibt für alles eine Gewerkschaft: Die Gewerkschaft der Beleuchter, der Grip-Leute, der Tonleute, der Make-Up-Leute, der Fahrer („Teamsters“), der Regisseure („Directors Guild of America“), der Drehbuchautoren („Writers Guild of America“) oder der Schauspieler („Screen Actors Guild“). Im Gegensatz zu reinen Interessensverbänden, die es auch in Deutschland gibt, besitzen die Gewerkschaften in Hollywood aber eine große Macht, wie der Streik der Drehbuchautoren vor einigen Jahren zeigte. Gewerkschaftsvertreter kommen regelmäßig am Set vorbei und schauen, ob die Rechte ihrer „Brüder“ eingehalten werden.

Die Departments sind streng abgegrenzt und jeder darf nur die Arbeit machen, für die er qualifiziert ist – ein Unterschied zu Deutschland.
Wenn zum Beispiel der Regiestuhl auf einem Kabel steht, so darf der Regisseur das Kabel nicht selbst unter dem Stuhlbein hervorholen, sondern muss einen Elektriker bitten, das für ihn zu tun. Sollte die Kamera nicht an einem Schreibtisch vorbeipassen, darf der Dolly Grip den Schreibtisch nicht selbst bewegen, sondern muss den Set-Dresser darum bitten. Logisch, oder?
In Hollywood würde niemandem im Traum einfallen, den Regie-Praktikanten darum zu bitten, ein Kabel zu holen, was in Deutschland der Regelfall ist. Und ein Beleuchter würde niemals eine Blumenvase auf dem Fensterbrett selber verschieben wollen – ganz einfach, weil er nicht für Blumenvasen qualifiziert ist!

Eine Anekdote: Drehtag, morgens, 8.50 Uhr. Laut Disposition Arbeitsbeginn um 9.00 Uhr. Mein Chef und ich wollten ein Loch durch eine Holzwand „gebohrt kriegen“, um dort ein Kabel durchlegen zu können. Also gingen wir zu einem Grip-Mann, und baten ihn, ein Loch durch die Holzwand zu bohren. Dieser deutet jedoch auf die Uhr und sagte, dass Arbeitsbeginn erst in zehn Minuten sei. Also las er zehn Minuten lang in seiner Zeitung, erhobt sich dann um Punkt 9 und bohrte das Loch.

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Hollywood-ABC: T wie Transportation Department

Okt 15

Während in Deutschland unterbezahlte Fahrer manchmal 20 Stunden am Tag unter kriminellen Bedingungen und unausgeschlafen rumgurken müssen, gibt es in den Amerika ein eigenes Department für alles, was bewegt werden muss. An dessen Spitze steht der Transportation Captain, der ein eigenen Büro am Set besitzt und sich um sämtliche Abholungen und Logistikprobleme kümmert. Während etwa in Europa der Tonmann sein Equipment selber ans Set fährt, ist dies in Amerika streng verboten und wird vom Transportation Department geregelt. Auch „Spielautos“ (Picture Cars), die im Bildhintergrund zu sehen sein sollen, werden von riesigen Schleppern angeliefert.


In der Nähe des Drehortes wird ein Basecamp errichtet, das aus Dutzenden Trucks besteht (Trailer-Park). Im Zentrum dieses kleinen Dorfs steht das Trailer Village, in dem sich die Wohnwagen von Regisseur, Produzent und den Hauptdarstellern befinden, dazu eine mobiler Speisewagen, in dem sich all diese wichtigen Menschen mittags versammeln können. Ebenso gibt es ein fahrbares Produzentenbüro und ein mobiles Kino, damit man sich die bisher gedrehten Szenen standesgemäß anschauen kann.

Der Kostüm-Lastwagen wird nachts von einer Reinigungsfirma aufgeschlossen, und alle (!) Klamotten werden Nacht für Nacht gewaschen – schließlich will ein Schauspieler nicht in der dreckigen Hose vom Vortag spielen.



Am Montag wird’s bürokratisch, mit „U wie Unions“, es geht um die Gewerkschaften.

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Hollywood-ABC: S wie Studios

Okt 14

Filmstudios – magische Orte. Eins fehlt. Welches? Wer’s weiß, einfach eine Antwort an mich. Der Erste erhält einen Warner-Bros-Geländeplan.


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Hollywood-ABC: R wie Rigging Grips

Okt 13

Die Rigging Grips sind diejenigen, die am Abend vor dem Drehtag die Kabel ans Set schleppen, während die „normalen“ Grips dafür zuständig sind, am Drehtag diese Kabel dann wieder zu verteilen. Sagte ich bereits, dass in Hollywood Arbeitsteilung groß geschrieben wird?

Eine tolle Erfindung: „Tunnel Tape“. Ein Gaffertape, dass nur an den Seiten klebt, damit man in der Mitte ein Kabel durchlegen kann, ohne dass es schmierig wird.

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Hollywood-ABC: Q wie Q-Tips

Okt 12

Also, zuallererst bin ich mal stolz, dass mir etwas für den Buchstaben Q eingefallen ist.
Q-Tips sind Wattestäbchen. Gerne von den Make-Up-Leuten verwendet.
Das ist alles, was es dazu zu sagen gibt.

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Hollywood-ABC: P wie Paparazzi

Okt 11

Kein Blog über Hollywood ohne Paparazzi! Während man in Deutschland einen Drehtag unterbrechen muss, weil es regnet, kommt es in HWD schon mal vor, dass man nicht mehr weiter drehen kann, weil ein Paparazzi-Hubschrauber (!) über dem Drehort kreist.

Es gibt deshalb einige Vorkehrungen, die getroffen werden: Aus Sicherheitsgründen steht an einem Schauspieler-Wohnwagen niemals sein richtiger Name, sondern nur der Rollenname (Okay, würde jetzt bei „Captain Jack Sparrow“ nicht viel nützen). Viele Filmproduktionen haben Codenamen (etwa „Obelisk“ für „Angels & Demons“, „Der Pfeil“ für „Wickie und die starken Männer“), und häufig ist ein Anti-Foto-Mann am Set, wie ich es etwa bei „Harry Potter“ erlebt habe.

Manchmal hilft aber alles nichts: Als wir in der Innenstadt von Los Angeles gedreht haben, war andauernd ein Blitzen vom Balkon einer Wohnung im zweiten Stock zu sehen, und siehe da, tags darauf kursierten gestochen scharfe Fotos auf den Seiten von TMZ.com

Sollte ein Passant Anstalten machen, einen Schauspieler fotografieren zu wollen, stellt sich sofort ein Sicherheitsmann davor und deckt die Fotolinse solange mit seinem Bierbauch ab, bis der Passant entnervt das Weite gesucht hat.

Aber eigentlich leben Hollywood und die Paparazzi ja eh in Symbiose miteinander …

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Hollywood-ABC: O wie Operators

Okt 08

Wir bleiben dabei, wie sich amerikanische Produktionen von deutschen unterscheiden. Ein wesentlicher Unterschied ist, dass der Kameramann nicht hinter der Kamera steht. Häh?

Der „Director of Photography“ sitzt während einer Aufnahme zusammen mit dem Regisseur in seinem Klappstuhl und blickt auf den Monitor. Währenddessen hat er seine „Camera Operators“, die die Kameras nach seinen Angaben kadrieren und schwenken. Deshalb werden die Jungs auch „Schwenker“ genannt. Fast immer sind zwei Kameras gleichzeitig am Start, so gibt es die A-Cam, welche rot, und die B-Cam, welche blau markiert wird. Der A-Cam-Operator bedient auch den Kamerakran, während der B-Cam-Operator zusätzlich für die Steadicam verantwortlich ist.

Besonders lustig sind die stets lieb gemeinten Sticheleien zwischen A-Cam und B-Cam, wer denn jetzt den schöneren Schwenk hinbekommen hat. Gerne mischt sich sich auch der Standfotograph in die Diskussion mit ein, der vom Operator Sachen zu hören kriegt wie: „Hey, I‘m making a movie, you are just making a f*** brochure!“ Wie gesagt, alles lieb gemeint.

Es gibt in H‘w’d also alles doppelt: zwei Focus Puller, zwei Camera Assistants, zwei Dolly Grips und drei anstatt von zwei Tonleuten, nicht zu vergessen die begehbare Dunkelkammer (!) im Camera-Truck.

Und nach dem Wochenende gibt es Paparazzi-Geschichten.

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Hollywood-ABC: N wie Nummerierung

Okt 07

Einer der unmittelbarsten Unterschiede zwischen einer deutschen und einer amerikanischen Filmproduktion ist die Beschriftung der Filmklappe. Einstellungen werden in Amerika nicht mit Zahlen, sondern mit Buchstaben benannt, welche nach dem Internationalen (Film)Alphabet ausgeprochen werden. Auch in Amerika gilt die Beschriftungsreihenfolge: Szene/Kameraeinstellung/Take.

Die Mastereinstellung einer Szene trägt noch keinen Buchstaben, dann kommen (anstatt 1, 2 oder 3) eben A, B und C. Beispiel: Man beginnt mit Szene 101, dann folge die Einstellungen 101A(pple), 101B(aker), 101C(harlie), 101D(enver), 101E(lvis), 101F(oxtrott). Auf Englisch klingen Szenennamen dann so geschmeidig wie „One-O-One Apple Take One“. Werden Szenen eingefügt, wird aus 101 eine A101, werden nur Inserts einer Szene gedreht, nennt sich die Einstellung X101.
Um Verwechslungen vorzubeugen, werden häufig, aber nicht immer, einige Buchstaben ausgelassen, so I (könnte eine 1 sein), S (könnte ein 5 sein), O(könnte eine Null sein) und Q (könnte eine Null mit Fliegenschiss sein). Das ist professionell!
Übrigens wird die Kamera zwischen den Takes nur selten ausgemacht, manchmal wird der Dolly sogar mit laufender Kamera vom Ende der Schiene wieder auf die Anfangsposition geschoben. Hierzulande unvorstellbar…

Mann kann in der Benennung einer Szene aber auch ziemlich kreativ sein, wie dieses Video aus „Inglorious Basterds“ beweist.

Die letzte Einstellung des Tages nennt sich übrigens „Martini“. Prost!

Morgen kommen die Camera-Operators zu Wort.

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Hollywood-ABC: M wie Meal Penalty

Okt 06

Man würde es kaum für möglich halten, aber es gibt tatsächlich Tarifverträge, die gesetzlich vorschreiben, dass spätestens 6 Stunden nach Arbeitsbeginn eine Mittagspause stattzufinden hat. Wird dies nicht eingehalten, so hat der Produzent eine „Meal Penalty“ zu zahlen.

An manchen Sets scheinen Produzenten so schleißig mit dem Einhalten von Arbeitszeiten zu sein, dass sich die Beleuchter einen besonderen Gag ausgedacht haben. Werden die 6 Stunden überschritten, senkt sich langsam ein Neon-Schild von der Studiodecke und es leuchtet vor der Nase der Produzenten in grellem Grün: MEAL PENALTY!

Ansonsten beträgt ein Arbeitstag, wie immer beim Film, mindestens 12 Stunden. Klar gibt es auch Überstunden und 16-Stunden-Tage, die aber im Gegensatz zu Deutschland korrekt bezahlt werden ;) Deshalb nörgelt auch niemand.

Morgen gibt es ein besonderes Schmankerl, es geht um die Beschriftung amerikanischer Filmklappen!

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