Hollywood-ABC: C wie Couchsurfing

Sep 22

Als ob das Set-Hopping nicht schon genug Abenteuer gewesen wäre, hatte ich mich für meine USA-Reise dazu entschlossen, das Wagnis „Couch-Surfing“ anzugehen.
Wer‘s nicht kennt: couchsurfing.org erklärt einiges. Du hast ne Couch frei, okay, gib mir deine, ich geb dir meine. So oder ähnlich ist das. Leute bieten ihre Couch im Internet an, und bei denen darf man dann übernachten. Gastgeber und Gast bekommen für ihr Verhalten eine Bewertung, sodass man sich ziemlich sicher sein kann, dass einem nicht sinistre Gestalten nachts eine Niere rausschneiden.
Das Ganze ist natürlich kostenlos, es geht schließlich darum, Leute kennen zu lernen – nicht darum, das Geld für die Jugendherberge zu sparen.

Ich schlief bei einem pensionierten Mathelehrer in einer Seniorenwohnung am „Hollywood Walk of Fame“, im Wohnzimmer eines schwulen Pärchens in Burbank, auf der Couch eines asiatischen Bankangestellten, im Gästezimmer eines Yuppies, und zusammen mit einer verhaltensgestörten Katze auf der Couch eines Freimaurers.

Lake Shrine in Santa Monica – abseits der Touristenwelt

Meine Gastgeber nahmen mich mit auf eine verrückte Stadtführung, in eine Skeptiker-Vereinigung oder in einen hinduistischen Tempel zur samstäglichen Philosophievorlesung. Ich war auf einer Pfannkuchenparty, in dem magersüchtige Models mit Farben bemalt wurden, besuchte ein Schildkrötenrennen in Culver City und betrieb Bar-Hopping in Santa-Monica mit dem „Tuxedo-Clan“ – einer Gruppe von Yuppies, die sich einen Jux daraus macht, mit erschwindelten Biografien Leute aufzureißen.

Fazit: Couchsurfing ist mitunter das Beste, was das Internet in letzter Zeit hervorgebracht hat.
Einen Filmbeitrag darüber gibt’s auf Spiegel-Online, empfehlenswert auch das Blog von Christine Neder.

Morgen geht‘s weiter mit „D wie Drehbuchautoren“.

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