Werbefritzen auf Reisen

Feb 28

Jedes Jahr besteht an der HFF München für 5 Studenten die Möglichkeit, nach bestandenem Kreativitätstest ein Schwerpunktstudium im Bereich Werbe- und Imagefilm einzulegen.
Glücklicherweise bin ich dieses Jahr in diese Werbe-Masterclass reingerutscht. Und letzte Woche waren wir Werbefritzen in Hamburg und Berlin, um bei renommierten Werbeagenturen und Werbefilmproduktionen vorbeizuschauen und so die Branche ein wenig besser kennen zu lernen.

Die Werbebranche hat ihre ganz eigenen Strukturen. Am Beginn einer Werbespotproduktion steht ein Kunde, der eine Werbeagentur damit beauftragt, für das Produkt XY einen Werbespot zu entwickeln. Diese Werbeagentur beauftragt dann wiederum die Filmproduktion YZ mit Regisseur ZY, diese Idee filmisch umzusetzen.
Will heißen, dass es in der Werbebranche eine Dreiteilung gibt zwischen 1.) Kunden, 2.) Werbeagenturen und 3.) Filmproduktionen

Daher machte es auch durchaus Sinn, dass auf unserer 5-tägigen Exkursion Besuche bei den renommiertesten Werbeagenturen und Filmproduktionen auf der Agenda standen.

Am Sonntag kommen wir in Berlin an, es schneit ein wenig. Wir beziehen unser schickes Hotel in Berlin-Kreuzberg und einige führen sich noch eine Currywurst mit hausgemachtem Ketchup zu Gemüte.
Montags waten wir durch das tiefwinterliche Berlin, besuchen die großen Fische der Berliner Werbebranche. Ich bin erstaunt, wie schmal die Berliner U-Bahn ist im Vergleich zu der in München. Wollte ich nur mal erwähnt haben…
Abends treffe ich eine liebe Berliner Freundin, die mit mir durch die matschigen Straßen kurvt und mir die Stadt zeigt. Ist schon fast zehn Jahre her, dass ich zum letzten Mal länger in Berlin war.



Am Dienstag erhalten wir in einer Werbeagentur einen hervorragenden Vortrag über die aktuelle Lage der deutschen Werbenation. Allein in Deutschland gibt es 80 Millionen Produkte. 80 Millionen Produkte für 80 Millionen Einwohner – da ist es klar, dass jede Firma auf ihre Weise (mal auf intelligente, mal auf aggressive Art) um Aufmerksamkeit kämpfen muss.

Klassische TV-Werbung wird dabei in den nächsten Jahren eine immer geringere Rolle spielen.
Die Fraktalisierung der Medien wird zunehmend größer, Medien werden gleichzeitig genutzt und Grenzen zwischen den Werbeformen verschwimmen. Branded Entertainment lautet das Schlagwort der Zukunft. Werbung wird sich immer mehr von einer „Unterbrecherwerbung“ zu einer „Unterhalterwerbung“ entwickeln (müssen). Und da möchte ich gerne meinen Beitrag leisten.

Abends geht’s weiter nach Hamburg, in die Werbehauptstadt Deutschlands. Schon länger wollte ich den Norden Deutschlands besuchen und bin froh, dass ich jetzt auf diese Weise endlich einmal auch bei den Nordlichtern vorbeischauen kann.








Blick über den Hamburger Hafen, im Hintergrund das AIRBUS-Werk. So viel zum Thema Lichtverschmutzung.

Und weil ich schon mal in Hamburg bin, gehe ich abends mit Volker Zack Michalowski, meinem sächsischen Hamburger Helden aus „In Formatica“, lecker essen. Ich genieße es sehr, nach so langer Zeit einen alten Weggefährten zu treffen. Es ist ein äußerst kurzweiliger Abend mit sehr interessanten Gesprächen über Gott und die (Film- und Fernseh)Welt.

Und zum Abschluss der Woche: ein ordentliches Dinner mit all den lieben Kollegen!

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