MWP-Sommerfest in Bamberg

Jun 30


Bamberg – was für eine schöne Stadt!
Da muss endlich wer einen Film drehen. Achherrje, auch schon passiert – mit Ulrich Limmers „Das Sams“.

Zum Filmedrehen war ich zwar nicht da, aber zum Feiern: Am Samstag fand das Sommerfest des Max-Weber-Programmes der Studienstiftung statt. Immer wieder ein Genuss, unter MWP-lern zu sein.
Und wer noch nie in Bamberg war – unbedingt hinfahren!
© Fotos Elitenetzwerk Bayern


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Besuch bei ZDF, BR und Günter Grünwald

Jun 26

Als Stipendiat im Max-Weber-Programm in der Studienstiftung des deutschen Volkes gibt es die Möglichkeit, eine so genannte „Aktivität am Hochschulort“ auf die Beine zu stellen. Dabei organisiert ein jeder Stipendiat eine Veranstaltung, die mit seinem Studienbereich zu tun hat. So waren wir mit einem Jura-Studenten im Knast, mit einem Philologen in der Stabi, und ich schließlich habe meine Mitstipendiaten in die Welt des Fernsehens entführt.


Zu Gast in der Welt des Fernsehens
Max Weber-Stipendiaten zu Besuch bei ZDF, BR und Günter Grünwald am 07. Mai 2009

In Unterföhring bei München hat sich in den letzten 50 Jahren ein Medienzentrum etabliert, das in Deutschland zu den wichtigsten und größten seiner Art gehört. 25 Max Weber-Stipendiaten erhielten nun im Rahmen der „Aktivität am Hochschulort“ die Möglichkeit, durch die bayerische Fernsehlandschaft zu schlendern. Ein Tag zwischen Aha und Haha.

Seit 1963 gibt es das Zweite Deutsche Fernsehen in Deutschland. Und er ist ein großer Fan davon: Dr. Ulrich Berls, Studioleiter des ZDF-Landesstudio Bayerns. Während seiner Einführung zur Geschichte des deutschen Rundfunksystems macht der promovierte Politikwissenschaftler einen hellwachen Eindruck. Er wirkt im Gegensatz zu den Gemäuern, die ihn hier im Konferenzraum umgeben, sehr jung geblieben.

Konrad Adenauer war es damals gewesen, der sich ein zweites Programm neben der 1950 gegründeten ARD gewünscht hatte. Dieses sollte bundesweit und – anders als die ARD – länderunabhängig senden. Womit sich Adenauer eine handfeste Verfassungsklage einfing: „Fernsehen ist als Bestandteil der Kultur Hoheit der Länder“. Im so genannten „Adenauer-Urteil“ wurde der Sender des Bundeskanzlers verboten – und ging (neben dem Mauerbau) als eine seiner größten Schlappen in die Geschichte ein. Daraufhin wurde das unabhängige ZDF geboren – eine „gemeinnützige Anstalt öffentlichen Rechts“, bei dessen Aufsicht sich die Bundesländer in zweijährigen Perioden abwechseln sollten. Mit der Errichtung von mittlerweile 16 Inlandstudios – eines in jedem Bundesland -, sollte die Kulturhoheit der Länder gewährleistet bleiben.

Bayern spielte dabei, wie immer in Deutschland, eine ganz besondere Rolle. Das Landesstudio in Unterföhring ist heute nicht nur, wie alle Inlandsstudios per Definition, für die Aktuelle Berichterstattung zuständig, sondern ebenso ständiger Produktionsort verschiedener Magazine, darunter „Leute Heute“ , „Mona Lisa“ und „Abenteuer Forschung“ mit Harald Lesch.


Nachrichten für das größte Land Deutschlands

Vor allem die Aktuelle Berichterstattung kann für die Reporter und Kameraleute in Bayern manchmal ganz schön knifflig sein. Der Freistaat ist schließlich das flächenmäßig größte Bundesland Deutschlands und ein Autounfall in Hof will ebenso zeitnah berichtet sein wie eine Großkundgebung in Tittenkofen. Auch ein Grund, weshalb der Standort Unterföhring punktet: Er liegt nahe an der Autobahn.
Anders die Spielfilm-Kollegen in Grünwald. Wenn ein Schauspieler nach Drehschluss vom Gelände der Bavaria Film im Süden zum Flughafen im Norden gefahren werden soll, kann das schon mal nervtötend lange dauern. Außer man fährt auf der Standspur, weil Gerard Depardieu nach einem Asterix-und-Obelix-Dreh den Flieger kriegen muss, um pünktlich zur Geburtstagsfeier seiner Frau in Frankreich zu sein. Aber das ist wiederum eine andere Geschichte…

Das deutsche Medien-Viereck
Dr. Berls erklärt uns, dass man sich Deutschland als ein Medien-Viereck vorstellen kann, das sich zwischen Berlin, Hamburg, Köln und München aufspannt. Während Hamburg vor allem durch die Werbung und Printmedien geprägt ist, ist Köln mittlerweile ziemlich RTL- und Dieter-Bohlen-lastig. Berlin und München hingegen üben sich mit großer Geduld darin, abwechselnd die Nummer 1 in Film und Fernsehen zu sein.
Das ZDF ist aber nicht nur in Deutschland zu Hause. Gemeinsam mit den Kollegen aus Frankreich betreibt es den Sender arte, gemeinsam mit den Kollegen aus Österreich den Sender 3sat und gemeinsam mit Bernd das Brot den Kinderkanal.

Internet vs. TV
Ein leidiges Thema. Dr. Berls seufzt. Bei den Jüngeren zwischen 15 und 24 hat das Internet dem TV schon längst den Rang abgelaufen. Obwohl (oder gerade weil) der typische ZDF-Zuschauer um die Sechzig ist, versuchte das ZDF in den letzten Jahren mit der „Online-Mediathek“ massiv ins Internet zu expandieren. Zu massiv, wie einige meinten. Darf ein öffentlich-rechtlicher von GEZ-Gebühren finanzierter Fernsehsender mit seinen Inhalten ins Internet? „Nein“, lautete die Antwort vieler, darunter auch die eh schon als Anachronismus betrachteten Printmedien, welche um ihre Existenz fürchten müssen. Wenige Zeit nach unserem ZDF-Besuch wird das Urteil gefällt werden, dass das ZDF 80% seines Internet-Angebotes eindampfen muss. Davon weiß Dr. Berls noch nichts – aber er wird es wohl geahnt haben.


Die Quoten
Nach 20.00 Uhr gibt es im öffentlich-rechtlichen Fernsehen ein Werbeverbot – von goldenen Gummibärchen, die einschlägige Samstagabendshows ankündigen – mal abgesehen. Will heißen, dass das ZDF und seine große Schwester ARD eigentlich quotenunabhängig senden müssten – schließlich gibt es keine Anbieter von Schokonougatcreme, die potentieller Straßenfeger werbe-unterbrechen. Gilt aber nur bedingt, wie uns Dr. Berls erklärt. Ein Sender, der von Steuergeldern finanziert wird, sollte auch senden, was die Steuerzahler sehen möchten. Die öffentlich-rechtlichen Sender seien deshalb durchaus bestrebt, nicht am Fernsehzuschauer „vorbeizusenden“ – sonst ließen sich die 7 Milliarden GEZ-Gebühren auch nicht rechtfertigen.

Arbeiten unter Zeitdruck
Die Menschen, die von diesen Gebühren bezahlt werden, arbeiten hochprofessionell, unter ständigem Zeitdruck und im Team. Wir besuchen eine Redakteurin im Schnittraum, die gerade ihren Beitrag fertig stellt, der in einigen Minuten deutschlandweit auf Sendung gehen muss. Es ist ein Bericht über einen Großbrand; die gefilmten Aufnahmen stammen von einem Kameramann, der nachts von der Feuerwehr angepiept steile Bilder gedreht hat. Viele Kameraleute sind Freiberufler. Wohl dem, der einen guten Freund bei Feuerwehr oder Polizei hat.
Die Redakteurin ist zufrieden mit ihrem Beitrag. Für eine Minute Sendezeit rechnet man mit einer Stunde Bearbeitung – meistens aber muss es schneller gehen.
Wenn dann ein Bericht nicht vor Sendung fertig sein sollte, wird er „geblitzt“: da oft keine Zeit bleibt, das Material über Satellit oder Internet nach Mainz zu schicken, wird er als „Blitz“ direkt aus München in das laufende Programm eingespielt. Wehe dem, der dann einen falschen Knopf drückt – oder den Beitrag vertauscht…

Aktenzeichen: Tabaluga tivi
Alles halb so wild: „Wenn ein Pilot einen Fehler macht, stürzt ein Flugzeug ins Meer – wenn wir hier die falschen Knöpfen drücken, sterben keine Leute. Abgesehen davon, dass wir gar keine falschen Knöpfe drücken.“ Herr Wurst schmunzelt. Er ist Vollprofi, seines Zeichens langjähriger Technischer Leiter beim ZDF-Landesstudio Bayern. Seine Einstellung hilft, auch bei einer Live-Sendung in den Dimensionen von „Wetten, dass..?“ einen klaren Kopf zu bewahren.
Er führt uns durch die Ateliers, zeigt uns das Leute-Heute-Studio, in dem Nina Ruge jahrelang „Alles wird gut“ gewünscht hat. Es geht weiter durch das Requisitenlager, dann durch Halle 1, in der eine Armada aus Deckenscheinwerfern über unseren Köpfen hängt. In der nächsten Halle wird gerade die Eiswelt von Arktos dem fiesen… äh.. was war das denn noch mal… Schneemann? aus Tabaluga tivi auf Hochglanz gebracht. Anschließend werfen wir noch einen Blick in die Regieräume, in der am Tag zuvor eine Crew bestehend aus Regisseur, Regieassistenten, Bildmischern, Tonmischern, Kameraleuten, Bildingenieuren und „Textgeneratoren“ dafür gesorgt hat, eine „Aktenzeichen-XY-Sendung“ über den Äther zu schicken.


Dahoam beim BR
Nach dem leckeren Mittagessen in der Kantine des ZDF (ja, mit dem Zweiten isst man besser), marschieren wir hinüber zu den Nachbarn vom BR. Frau Frohs empfängt uns und berichtet, dass der BR mittlerweile in ganz München residiert: Der Hörfunk am Hauptbahnhof, die Aktuelle Redaktion in Freimann und die Abteilung Unterhaltung schließlich hier, in Unterföhring.
Gemeinsam wird das Bayerische Fernsehen gestaltet, einer der vielen „Dritten“ Kanäle. In Zusammenarbeit mit den Schwesteranstalten MDR, NDR, RBB, Radio Bremen und vielen weiteren wird die ARD mit „Content“ versorgt – die „Arbeitsgemeinschaft der öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten der Bundesrepublik Deutschlands“. BR-ianische Beiträge sind etwa der „Marienhof“ oder ehemals der „Scheibenwischer“ – außerdem unzählige Tatort-Folgen.
In Lansing wird zudem ein Außenstudio betrieben – für die bayerische Erfolgssoap „Dahoam is dahoam“. Nun gibt es Lansing nicht wirklich – es heißt eigentlich Dachau – aber so mancher Taxifahrer soll schon danach gefragt worden sein…

Teamarbeit

Auf dem Weg durch die Studios begegnen wir Duzenden von Mitarbeitern unterschiedlichster Couleur: Bühnenbauer, Kulissenmaler, Stuckateure, Modellbauer, Tischler arbeiten Hand-in-Hand mit Kameraleuten, Regisseuren, Redakteuren und Moderatoren. Fernsehen ist eben Teamarbeit.
In Studio 2 wird gerade an einer Kochsendung im brandneuen Küchenstudio gearbeitet. An der Decke sind Spiegel befestigt, die den Inhalt der Töpfe zeigen. So kann der Kameramann die knackigen Spaghetti filmen, ohne fettige Ölspritzer auf die Linse zu kriegen.
Das ist schlau.


Grünwalds Gaudigspassetl
Als krönender Abschluss unserer Tour durch die Welt des Fernsehens erwartet uns Günter Grünwald im BR-Studio 1 zur Generalprobe seiner „Freitagscomedy“. Der geniale Komiker, der mittlerweile so etwas wie Kultstatus in Bayern genießt, lässt uns zusehen, wie er mit Monika Gruber und seinem Regisseur ausschnapst, wann wer wie in welche Kamera zu blicken hat.
Die Karten für „Grünwalds Freitagscomedy“ sind bis 2010 ausverkauft und deshalb ist es eine genussvolle Rarität, hier bei der Generalprobe dabei sein zu können. Der Studioboden ist mit Meeresstrand bedeckt, Palmen und Muscheln schmücken das Bild, und es ist unschwer zu erkennen: Hier wird an der Sommerausgabe gearbeitet.
Nachdem dann auch endgültig geklärt worden ist, welche Socken am besten zu Günter Grünwald passen, geht die Generalprobe los. Ein Kamerakran fliegt über unseren Köpfen hinweg, das rote Licht an der Kamera beginnt zu leuchten und wir erleben eine äußerst amüsante Probe, die uns zwei Stunden lang bestens unterhält.


Von der Theorie zur Praxis, von einem historischen Abriss zu einer Live-Aufzeichnung – der dramaturgische und evolutionäre Bogen unseres Ausfluges hätte passender nicht sein können. Vielen Dank an Euch alle, die ihr so interessiert mit dabei wart!

Woody Allen meinte einmal:

Am zuverlässigsten unterscheiden sich die Fernsehprogramme immer noch durch den Wetterbericht.

Aber es muss ja nicht so sein.

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Adieu, Chère France

Aug 15


Die drei Wochen in Frankreich sind ungemein schnell vergangen und waren eine sehr willkommene Abwechslung in einem Filmstudentenleben.




Der Abschied fällt da besonders schwer. Vor allem von dem da: dem Hund unserer Gasteltern, der täglich shamponiert wurde (und man munkelt auch, dass ihm die Herrchen auch brav die Zähne putzen). Über das Kerlchen gab es geteilte Meinungen, aber urteilt selbst:


Und weil am Sonntag mein Flieger nach München erst in aller Frühe ging, hatte ich noch Zeit, in Paris einige Sehenswürdigkeiten nachzuholen, die auf meiner To-See-Liste standen.

Original – L’Arc de Triomphe:


Und Kopie – Grande Arche in La Défense:


Fazit: Drei Wochen mit ganz wunderbaren Menschen, die einem doch tatsächlich Energien für Monate verleihen!

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Bienvenú à Amboise!

Aug 01


Zurzeit befinde ich mich hier in Frankreich auf einem Sprachkursus (Merci an die Studienstiftung!) Für drei Wochen lebe ich hier bei einer Gastfamilie in Amboise – zwei Zugstunden von Paris entfernt – um Französisch zu lernen. Oder so ähnlich.

Ich wohne in einem schnuckeligen Zimmer im Dachgeschoss bei einem Best-Ager-Ehepaar und teile mir das obere Stockwerk mit Mario, einem sympathischen Studenten aus Leipzig.
Wir haben uns mittlerweile recht gut eingelebt und sind auch schon brav in sprachliche Fettnäpfchen getappt. Unsere Gasteltern fanden es nämlich recht lustig, als einer von uns meinte, unter der Dusche seine „chevaux“ waschen zu müssen. Nun gibt es einen feinen Unterschied zwischen cheveux (das sind die Haare) und chevaux (das sind die Pferde) – die einen wäscht man unter der Dusche, die anderen in der Regel nicht …


Vormittags drücken wir brav die Schulbank, nachmittags erkunden wir die Gegend.
Amboise ist ein 13.000-Einwohner-Städtchen und vor allem dafür berühmt, dass Leonardo da Vinci seinen Lebensherbst hier verbracht und das Zeitliche gesegnet hat. Ebenso spricht man in dieser Region, der Loraine, anscheinend das reinste Französisch. Und an der Loire selbst stehen die berühmten Schlösser, die es nun für uns zu besichtigen gilt.
Was in keinem Reiseführer steht: In der Nähe befindet sich das Viagra-Produktionswerk von Pfizer und der Zweitwohnsitz von Mick Jagger – und da soll mir einer erzählen, das eine soll mit dem anderen nichts zu tun haben!

Übrigens: Ich empfehle an dieser Stelle Lindas Blog, die sehr ausführlich über unseren Frankreich-Aufenthalt hier berichtet (während ich auf der faulen Haut liege).

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Was ist Zeit?

Apr 02

Kloster Banz   © Simon Koopmann
© Simon Koopmann

Ich bin mal wieder im Kloster, diesmal in Banz im Norden von Bayern.
Vom 31. März bis zum 4. April bin ich hier auf einer Tagung der Studienstiftung zum Thema „Zeit“. Auf jeden Fall hab ich jetzt schon eine Menge Interessantes gelernt. Dass der natürliche Biorhythmus des Menschen, die innere Uhr, eigentlich auf 25 Stunden getaktet ist.
Dass ohne die Relativitätstheorie kein GPS möglich wär. Dass Kinder Autofahrten länger empfinden als Erwachsene. Und dass Rückfahrten immer kürzer erscheinen als Hinfahrten.

Ich selbst habe mich mit einem Referat zu „Lola Rennt“ zeitgemäß beteiligt.
Das Resumé: Eine tolle Horizont erweiternde Veranstaltung für einen Filmstudenten, zusammen mit ganz wunderbaren Menschen!

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Soft-Skill-Seminar im Kloster Seeon

Dez 10

© Fotostudio Christoph Vohler

Jetzt melde ich mich hier aus dem Kloster Seeon in der Nähe vom Chiemsee.
Aber keine Angst, ich werde keine Nonne. Als Stipendiat in der Studienstiftung hat man dann und wann die Möglichkeit, an interessanten Orten mit interessanten Menschen an noch interessanteren Veranstaltungen teilzunehmen.
Dieses Wochenende verbringe ich also auf einem Soft-Skill-Seminar hier in Seeon. Das Seminarangebot ist breit gefächert: Wir können auswählen zwischen Rhethorik-Seminaren, Kommunikationstraining und Kreativitätsübungen.

Ganz anders als in dem Bild ist es hier richtig vorweihnachtlich und ich genieße das gemütliche Zusammensein mit den anderen in vollen Zügen.

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