Hollywood-ABC: X wie X-ing

Okt 20

X-ing („Cross-ing“ ausgesprochen) steht für „Kreuzung“. Irgendwie hatte ich während meines USA-Aufenhalts ein Faible für Kreuzungen… Vielleicht auch deshalb, damit ich hier etwas für den Buchstaben X finde…

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Hollywood-ABC: I wie Impressionen

Sep 30

Hollywood nervt! © Anne Keßel

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Hollywood-ABC: H wie Helikopter

Sep 29

Los Angeles ist die Stadt der Engel, und Sinnbild dafür sind die vielen Helikopter, die ständig über der Stadt kreisen. Das sind dann irgendwelche Stars, die abends von der Arbeit nach Hause kommen, Polizeihubschrauber, die einen entflohenen Gängster suchen, TV-Hubschrauber, die diese Verfolgungsjagd auch noch filmen und darauf warten, dass der Geisterfahrer in die Menge kracht. Hin und wieder ist es auch die US-Army auf PR-Tour … Aber besonders beeindruckend aber sind die nächtlichen Such-Hubschrauber mit ihren Licht-Tornados, die einem das Gefühl geben, als wäre man inmitten eines Äkschn-Films.

Als mein Chef vor einigen Jahren mit Jim Carrey in Downtown drehte, war wieder mal einiges los auf den Straßen. Die Dreharbeiten sollten zur Rush-Hour in einem Hotel stattfinden und die gesamte Crew stand 2 Stunden im Stau. Nicht so Jim, der mit seinem Hubschrauber einfach auf dem Dach des Hotels landete und gemütlich unten in der Lobby cocktailschlürfend auf den Rest der Truppe wartete.

Downtown

Weitere Fakten aus dem Nähkästchen: Jim Carrey hat Probleme, nachts vom Drehen nach Hause gehen (weil er sich vor der Einsamkeit fürchtet), Mike Myers kann nur nach 22 Uhr lustig sein, Michael Bay erschlägt seine Filmcrew und Tony Scott bezeichnet 75mm als ein Weitwinkelobjektiv…

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Hollywood-ABC: F wie Freizeit

Sep 27

Und ewig lockt Los Angeles…

Relaxen nach einem anstrengenden Drehtag.

Santa Monica

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Hollywood-ABC: E wie Essen

Sep 24

Mit dem Geld, das in Hollywood für das Catering ausgegeben wird, könnte man in Deutschland wohl einen ganzen Tatort drehen. Gut, bei einem Budget von 50 Millionen aufwärts sollte man sich auch nicht nur von Brot und Wasser ernähren müssen.

Grundlegender Unterschied in Amerika: Das Mittags-Catering und das Set-Catering sind getrennt voneinander und werden von verschiedenen Dienstleistern betrieben. Das Essen während der Drehzeit nennt sich „Craft Service“, oder „Crafts“ und ist bezeichnenderweise der Handwerkerservice, der dafür sorgt, dass die Beleuchter und Kameraleute nicht vor Hunger rückwärts vom Dolly fallen. Alle halbe Stunde dreht also jemand mit einem Tablett voller Leckereien die Runde. Ansonsten gibt es morgens Frühstück am Breakfast-Truck (besonders empfehlenswert: French Toast), dazu Karottensaft, frisches Obst und Gemüse. Dann Snacks und Schokoriegel, Popcorn, Oliven, Käse, Ananas, Weintrauben, Erdnüsse, Melone, Erdbeeren, Müsli, Chips, Kaugummi, Cola, Red Bull, Wurst, Milkshakes, Artischocken und Bananen. Und dann kommt das Mittagessen.

Der Breakfast-Truck

lecker.

Abends wird gerne ein Tortilla-Lastwagen bestellt, oder ein Truthahn-Laster, oder das Hot-Dog-Shuttle, der In-and-Out-Burger-Truck, der Eiswagen oder der mobile Barbecue-Schlepper. Das Essen in Amerika ist definitv besser als sein Ruf…

Am Montag geht‘s weiter mit „F wie Freizeit“.

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Hollywood-ABC: C wie Couchsurfing

Sep 22

Als ob das Set-Hopping nicht schon genug Abenteuer gewesen wäre, hatte ich mich für meine USA-Reise dazu entschlossen, das Wagnis „Couch-Surfing“ anzugehen.
Wer‘s nicht kennt: couchsurfing.org erklärt einiges. Du hast ne Couch frei, okay, gib mir deine, ich geb dir meine. So oder ähnlich ist das. Leute bieten ihre Couch im Internet an, und bei denen darf man dann übernachten. Gastgeber und Gast bekommen für ihr Verhalten eine Bewertung, sodass man sich ziemlich sicher sein kann, dass einem nicht sinistre Gestalten nachts eine Niere rausschneiden.
Das Ganze ist natürlich kostenlos, es geht schließlich darum, Leute kennen zu lernen – nicht darum, das Geld für die Jugendherberge zu sparen.

Ich schlief bei einem pensionierten Mathelehrer in einer Seniorenwohnung am „Hollywood Walk of Fame“, im Wohnzimmer eines schwulen Pärchens in Burbank, auf der Couch eines asiatischen Bankangestellten, im Gästezimmer eines Yuppies, und zusammen mit einer verhaltensgestörten Katze auf der Couch eines Freimaurers.

Lake Shrine in Santa Monica – abseits der Touristenwelt

Meine Gastgeber nahmen mich mit auf eine verrückte Stadtführung, in eine Skeptiker-Vereinigung oder in einen hinduistischen Tempel zur samstäglichen Philosophievorlesung. Ich war auf einer Pfannkuchenparty, in dem magersüchtige Models mit Farben bemalt wurden, besuchte ein Schildkrötenrennen in Culver City und betrieb Bar-Hopping in Santa-Monica mit dem „Tuxedo-Clan“ – einer Gruppe von Yuppies, die sich einen Jux daraus macht, mit erschwindelten Biografien Leute aufzureißen.

Fazit: Couchsurfing ist mitunter das Beste, was das Internet in letzter Zeit hervorgebracht hat.
Einen Filmbeitrag darüber gibt’s auf Spiegel-Online, empfehlenswert auch das Blog von Christine Neder.

Morgen geht‘s weiter mit „D wie Drehbuchautoren“.

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Hollywood-ABC: A wie Amis

Sep 20

Beginnen wir also ganz von vorne. Am Anfang waren ein Deutscher, ein Ungar und vier polnische Brüder, die nach Amerika gingen, und Universal, Paramount und Warner Bros. gründeten.
Flash-Forward ins Jahr 2010. Wir sehen ein Amerika, das sich gut entwickelt hat. Es ist politisch grüner und intelligenter geworden, seit ich 2004 zum letzten Mal da war. Es gibt ein Bussystem, das man tatsächlich benutzen kann. Leute, die wissen, dass „Finnland“ kein Themenpark über Huckleberry Finn ist (kein Witz jetzt)
Nein, Kalifornien ist ein Land, in dem man durchaus länger bleiben kann.
Man zieht im Bus an einer Schnur, wenn man aussteigen möchte, Busfahrer tragen Rockerhandschuhe, die kleinste Größe bei Starbucks nennt sich „tall“, es gibt keine Klobesen und man kann Wegwerfkontaktlinsen nur auf Rezept kaufen. Es riecht überall nach Marihuana (oder 4-20, wie der offizielle Kosename dafür lautet), man wird von Taxifahrern ohne Ende beschissen und die Discos schließen um zwei Uhr.

Ich denke, irgendwann mal hat jemand den Amerikaner gesagt, dass Schweiß hoch toxisch ist. Deshalb ergreift den Durchschnittskalifornier die schiere Panik, wenn sein Körper Anstalten macht, so etwas wie einen Transpirationsvorgang einzuleiten. Klimaanlagen sind omnipräsent, und europäische Touristen erkennt man an den roten Schnupfnasen, weil sie es eben nicht gewohnt sind, bei Temperaturen von 14 Grad (maximal) in Supermärkten und Kleidungsgeschäften einkaufen zu gehen.
Umso wärmer ist das Herz der Kalifornier. Wahrscheinlich halten sie es auch nur deshalb aus, bei Temperaturen zu schlafen, bei denen der Goldfisch im Aquarium schon längst erfroren sein müsste.

Amerikaner lieben Gerüche, Düfte und Geschmackssorten. Es gibt Popcorn mit Käsegeschmack, Süßkartoffelpommes mit Mandeldressing (meinen persönlichen Favoriten) und Vanilla Flavoured Milk. Es riecht nach teuren und billigen Eau-de-Toilettes, nach hoch künstlichen Aromen, nach multikulturellen Restaurants und knallbunten Kaugummis, durchsetzt mit Marihuana-Schwaden, vor allem in Venice Beach.

Es gibt Sauerstoff-Absorber in Chipsverpackungen (damit die schön knackig bleiben), Walk-in-Schöhnheitskliniken für Hollywood-Brüste (damit die auch schön knackig bleiben), und in den Gesichtern manch operierter Mädels sieht man mehr Unfälle als auf der A 8, Höhe Irschenberg, in einem gesamten Jahr.

Es ist kein Wunder, dass das Silicon Valley in Kalifornien liegt.
Die Heimat von Google, Apple und Facebook zeugt davon, wie technologiebegeistert die Amerikaner sind. Ein liberaler und innovativer Geist, den ich überaus teilen kann.

Hollywood Walk-In-Clinic

BOTOX on the Beach & Medical Marihuana © Anne Keßel

Amis teilen auch: ihre Fotos, ihre Musik, ihren Geschmack, ihre Ehefrauen, ihren Picknickkorb, und wertvolle Zeit mit der Familie, die den höchsten Stellenwert im amerikanischen Wertesystem genießt.

Und Amerikaner lieben Entertainment.
Welches Entertainment sich Filmcrews für den Freitagabend ausgedacht haben, steht morgen hier, gleiche Stelle, gleiche Welle, zum Thema „B wie Bucket-Day“.

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