Aus Bridesmaids wird Brautalarm

Jun 07


Es war in der Grundschule, als mir meine Schwester voller Freude berichtete, dass David Hasselhoff für „Baywatch“ extra Deutsch gelernt hätte. Dumm und naiv wie ich war, glaubte ich das tatsächlich.

Jetzt, 20 Jahre später, weiß ich, dass Filme synchronisiert werden. Aber wie genau, ist mir eigentlich immer noch ein Rätsel. Wie schaffen es Synchronschauspieler, innerhalb von Sekunden eine kinotaugliche Leistung hinzulegen, während man mit Leinwandschauspielern drei Wochen lang probt und darüber spricht, welche Augenfarbe der Hamster der verstorbenen Schwester der Hauptfigur hatte?

Der Punkt „Praktikum in einem Synchronstudio“ stand daher immer ganz weit oben in meiner Liste. Und weil ich das Glück hatte, bei den Dreharbeiten zu einem Hollywood-Film dabei zu sein, war es nun die konsequente Erfüllung eines absoluten Kindheitstraums, bei seiner Eindeutschung dabei zu sein.

Es sei dahin gestellt, ob ein amerikanischer Film überhaupt einen deutschen Titel braucht. Es sei auch dahin gestellt, ob es überhaupt eine Synchronisation braucht. Fakt ist: Dialoge sollen verstanden werden. Es ist genauso unfilmisch, als Original-Fetischist wie der Ochs vorm Berg zu stehen, wie Untertitel zu lesen oder eine andere Stimme darüber zu legen …

Deutsch ist schön, macht aber viel Arbeit

Deutsch mag die Sprache der Dichter und Denker sein, aber sie ist wahnsinnig kompliziert. In Zahlen ausgedrückt: 30% komplizierter als Englisch. Deshalb hat die deutsche Harry-Potter-Fassung auch 100 Seiten mehr. Will heißen: Wenn ein englischer Film synchronisiert wird, müssen die deutschen Dialoge kurz sein. Toller Nebeneffekt: Kurze Dialoge sind meistens besser.

Gute Schauspieler wollen wenig Dialog, schlechte Schauspieler wollen viel Dialog. (Anonym)

Komödien zählen zwar zu den kostengünstigsten Filmen — nicht aber beim Synchronisieren. Weil da dauernd gelabert wird, dauert das Synchronisieren eben einige Wochen – während Actionfilme mit wortkargen Muskelpaketen aus Graz innerhalb von wenigen Stunden wegsynchronisiert werden können.

Zuerst wird von einem Muttersprachler eine sinngemäße Rohübersetzung des Originaldrehbuchs angefertigt, die dann vom Synchronregisseur auf Lippensynchronität umgeschrieben wird. Dabei muss die Anzahl der Silben übereinstimmen. Ein echter Brocken ist zum Beispiel:  „I’m glad I never tipped him“ — „Ich bin froh, dass ich ihm nie Trinkgeld gegeben habe“. Viel Spaß …

Bei „Bridesmaids“ hatten die Kollegen aus Hollywood zudem eine lange Liste mit englischen Idiomen geschickt, auf der die Bedeutung von jedem, aber wirklich jedem (Fluch)Wort festgehalten war – so wurde beispielsweise mit  3 Ausrufezeichen auf die Doppeldeutigkeit von „Muffin“ hingewiesen. Die Paranoia, dass ein Film floppt, weil die Lacher keine mehr sind, ist bei den Studiobossen enorm.

Überhaupt ist die Paranoia enorm. Da deutsche Synchronstudios die Schnittstelle zwischen Europa und Amerika sind, und Filme in der Regel ein halbes Jahr vor Kinostart synchronisiert werden, gibt es eine berechtigte Angst, dass geleaked wird. Man hat mir berichtet, dass bei Matrix III überhaupt nur die Lippen der Schauspieler zu sehen gewesen sein sollen, während der Rest schwarz ausmaskiert war. Verrückt.

Zurück zur Synchronisation: Die Hauptfiguren dürfen sich den englischen Film in kompletter Länge ansehen, während alle anderen Rollen aus Zeitgründen nur die jeweiligen Szenen, in denen sie vorkommen, zu Gesicht bekommen.

Dann werde alle Dialoge gezählt und in Takes („Sinnabschnitte“) unterteilt. Es wird je nach Anzahl der Takes bezahlt. Das heißt, jeder Satz kostet extra.

Die Synchronschauspieler kommen rein, schauen sich den Originalsatz an, lesen die deutsche Übersetzung, und spielen den Satz auf deutsch. Häufig besser, als es ein Kameraschauspieler je hinkriegen würde. Faszinierend.

Wieso ist das so? „Ich habe das geniale Original“. „Ich muss nur auf die Stimme achten und kann frei agieren“. „Ich mache das seit 20 Jahren“. „Ich bin ja ein Schauspieler“.
Es ist wirklich beeindruckend.

Das macht Sinn

Die Macht Verantwortung der Synchronautoren ist enorm. Nichts prägt die Sprache der Jugend mehr als Filme und Popkultur. Ein Beispiel? Weil es auf Englisch „it makes sense“ heißt, wurde daraus „das macht Sinn“. Das ist aber kein korrektes Deutsch. Etwas hat oder ergibt Sinn — aber Sinn machen kann nichts.

Ich bin gespannt, wie sich die Abkürzung „SMS“ in Zukunft entwickeln wird. Im Englischen gibt es das Wort kaum, es heißt nicht „I‘ll send you an SMS“, sondern „I‘ll text you“. Ich schwöre, es dauert nicht lange, bis es „Ich texte dich“ heißen wird.
(NACHTRAG: In 21 Jump Street heißt es tatsächlich „Ich texte dich“.)

Bei Bridesmaids war der Umgang mit der Sprache ziemlich genau. Es wurde diskutiert, ob es „Vegas“ oder „Las Vegas“ heißt oder „bekommt Geld“ oder „kriegt Geld“. Meine Hochachtung. Sebastian Sick hätte seine Freude.

Was ich außerdem gelernt habe:

  • Zwillinge können nicht dieselbe Person synchronisieren, weil ihre Stimmen unterschiedlich sind.
  • Frauen klingen anders, wenn sie schwanger sind.
  • Frauen und Männer pfeifen unterschiedlich, aber bei einem Hundepfiff ist das egal.
  • Das letzte, was morgens wach wird, ist die Stimme.
  • Amerikanisches Schnalzen klingt wie ein deutscher Lichtschalter.
  • Nach dem Sex wird „you“ mit „Du“ übersetzt, vorher mit „Sie“.

Der Geheimcode der Synchronregisseure

Das Lehrbuch der Regie besagt, dass Schauspieler keine Adjektive, sondern nur Verben spielen können. Das Kommando heißt folglich nicht „Sei sexy!“, sondern „Verführe ihn mit deinen Reizen!“.

Alles Quatsch. Synchronregie ist ergebnisorientierte Schauspielführung. Die Kommandos, die ich gelernt habe, sind so speziell wie genial, dass sie sich hier eine eigenen Tabelle verdient haben.

Synchronregie-Deutsch Normalo-Deutsch
Das war eine Ilse Werner. Das „S“ hat gepfiffen.
Das war ein Araber. Das „H“ hat gekratzt.
Das war ein Kinsky. In dem Satz war ein emotionaler Bruch.
Ich habe die Komplikationen noch nicht geortet. Es klingt scheiße, keine Ahnung warum.

 

 

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Zauberlehrling bei HP 7

Jul 14

Anlässlich des heutigen Kinostarts von „Harry Potter und die Heiligtümer des Todes“ ein kleiner Erfahrungsbericht aus meiner Zeit als Zauberlehrling.

„Wir garantieren Ihnen, dass Sie nach Ihrem Filmstudium im Taxi rechts sitzen und nicht vorne links“. Irgendwas muss falsch gelaufen sein: Jetzt sitze ich tatsächlich im Taxi vorne links. Nur gut, dass ich gerade in London bin und zu den Leavesden Film Studios gebracht werde. In dem Studiokomplex eine Stunde nördlich von London wird seit zehn Jahren „HP“ gedreht. Nach monatelangem Auf-Die-Nerven-Gehen habe ich mir ein kleines Praktikum erschleimt erarbeitet und bin jetzt so aufgeregt wie seit meiner Führerscheinprüfung nicht mehr.

Hagrids Hütte ist das Erste, was ich sehe. Der Schornstein ragt über dem Sichtschutz empor, der das Studiogelände umgibt. Wenn es wirklich noch Traumfabriken gibt, dann liegt sie genau vor mir.

„Das erste Mal bei uns?“ fragt mich der Pförtner. Ich nicke und versuche möglichst entspannt zu wirken. Ein Mann von UPS bringt ein Paket vorbei. An „Harry Potter“. Kein Absender. Der Pförtner raschelt daran, und weil es gar so nach Metall klingt, landet es im Müll.

Ein Fahrer holt mich ab und tuckert mit mir übers Gelände. So deutsch wie ich mittlerweile bin, schnalle ich mich an. Der Fahrer kriegt sich vor Lachen nicht mehr ein, deutet auf die Verkehrszeichen im Filmstudio: „max 5 mph“.

Das Studio hat irgendwas von einem Pferdestall. Flache Gebäude, viel Grün. Ich betrete die Kantine. Sie erinnert erinnert mich an eine Schulmensa. Unter den Tischplatten aus Glas liegen Fotos der Regisseure Chris Columbus, Alfonso Cuaron, Mike Newell. Ein ziemlicher Regie-Verscheiß …

Ein Wuschelkopf bringt mich ans Set. Die Wände sind chromakey-grün, in der Mitte steht ein Besen auf einem Hydraulikarm. „Das ist Emma“, sagt er mir.  Emma Watson. Darauf wär ich auch alleine gekommen. Sie trägt ihre Chill-Hose und lässt sich von einem Roboter-Arm durch die Luft wirbeln. Mein Chef zeigt mir anhand der Previz, wie die Szene später mal aussehen wird: Es gibt noch einiges zu tun.

Wie für einen Blockbuster üblich, drehen mehrere Regisseure gleichzeitig. Die Second Unit dreht Stunts und VFX; die Miniaturen-Unit Modellaufnahmen. Die First Unit ist für das große Drama zuständig.

Wo ich denn studiere, will mein Chef wissen. In München. „Schönen Gruß an Michael Ballhaus!“, ruft jemand von der Seite herbei. Es ist Eduardo Serra.

In der Mittagspause spendiert mir mein Chef eine kleine Führung. Am Trailer Park vorbei, geht‘s zum Ligusterweg. Wie ein kleines Kind blicke ich staunend nach oben, und knalle mit einem mächtigen — WUMMSS — gegen den Stahlträger von Privet Drive No 4. Ich verfluche ihn.

Am Hintereingang stapeln sich die Kulissen aus alten Filmen. Die Hand vom Gnom aus Film Nummer zwei ist ziemlich verknautscht und steckt im Pokal aus Film Nummer vier. Dann betrete ich den Großen Speisesaal. Er ist staubig, der Boden knarzt. Im letzten Teil der Heptalogie wird er kaum gebraucht. Daneben steht die größte Kulisse, die ich je gesehen habe: Ein Turm aus hundert, ach was Tausenden Stühlen! „Don‘t touch it“. Den Teufel werd ich tun.

Im Studio C wird eine besonders wichtige Szene geprobt. Harry soll versiebenfacht werden. Dabei kommt eine Motion-Control, eine Roboter-Kamera zum Einsatz.

Vor mir warten Studenten, die sich ihr Studium als Double finanzieren. Sie haben sich Post-Its angeklebt, auf denen „Mad-Eye Moody“ oder „Hermione“ steht. Eine junge Regieassistentin dirigiert die Doubles souverän. Sie erzählt mir von ihrer Zeit bei Star Wars und dass die Halle im Winter mächtig zieht.

Ein Assistent bringt mich in einem Golfauto ins Studio A. Endlich: die First Unit! Das Set ist sehr ruhig. Ich sehe auch gleich, warum: Daniel Radcliffe und Bonnie Wright küssen sich. „Hold it, Hold it“, ruft David Yates. Dann dürfen die beiden voneinander ablassen, gehen kaugimmikauend zum Catering und holen sich ein Käsebrot.

Wie das denn sei, wenn jetzt nach zehn Jahren die HP-Serie zu Ende geht? „Wir sind alle sehr traurig“, meint mein Chef. Die Kids sind im Studio groß geworden, und ein Leben ohne Harry Potter können sich viele gar nicht mehr vorstellen.

Naja, so ganz stimmt das nicht. Um Punkt 18.00 Uhr ist Schluss, denn heute spielt der FC Chelsea, und das ist dann eben doch wichtiger als ein Film …

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Diplom

Mai 05

Eine dreizeilige Diplomarbeit — wer träumt nicht davon :)

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Porträt und Interview

Nov 21

Eine Südtiroler Wochenzeitschrift hat letztens ein Porträt über mich gebracht.

Darin erkläre ich die Unsterblichkeit der Maikäfer in submediterranen Gebirgsregionen.
Viel Spaß beim Lesen!

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Die iPhone-Omi beim PORSCHE Award

Nov 10

Unser iPhone-Werbespot mit der Omi gehört zu den Best-of-All-Spots, die beim PORSCHE International Student Advertising Film Award in Ludwigsburg präsentiert werden. Die Preisverleihung findet am 25. November 2010 an der Filmakademie in Ludwigsburg statt.
Ich freu mich schon aufs Netzwerken mit den Kollegen aus Nigeria, Schweden und Holland.

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Hinter den Kulissen vom Omi-Dreh

Nov 10

Für alle, die gerne mehr über den Werbespot-Dreh für Apple/Gravis erfahren möchten, gibt es hier einen Hintergrundbericht mit vielen Fotos.

Und nichts gegen Florian Silbereisen

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Immer Ärger mit der Parkplatzsuche?

Okt 22

Hier gibt’s die Lösung:

Ein Werbespot von Matthias Lang für Apple/Gravis Deutschland.

Produzenten: Felix von Poser & Sebastian Bartetzko
Kamera: Kaspar Kaven
Musik: David Reichelt
Effekte: Robert Mayer
Schnitt: Sebastian Prittwitz
Ton: Vishad Noris
Kostüm: Barbara Schwarz
Maske: Caro Reckersdrees
Production Design: Saskia Tegethoff
Produktionsleitung: Max Mayer
Aufnahmeleitung: Marina Voeth
First AD: Hoshy März
Buch & Regie: Matthias Lang
mit: Marianne Schubart-Vibach & Sebastian Gerold
uvm.

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Hollywood-ABC: Z wie Zweites Team

Okt 22

Zum Abschluss noch eine große Besonderheit von Big-Budget-Produktionen.
Alle Schauspieler – auch Nebenrollen! – besitzen festangestellte Lichtdoubles, die während des Einleuchtens einer Szene an markierter Stelle stehen und ihre Kollegen vertreten.
Die Schauspieler befinden sich währenddessen im Wohnwagen und besprechen die Szene mit dem Regisseur, sodass sie frisch und abgeschattet vom technischen Wirrwarr anfangen können.
Folglich gibt es also das „Erste Team“ (die Schauspieler), und das „Zweite Team“, die Gesamtheit der Doubles.

Die Sprachkommandos einer Hollywood-Produktion lauten wie folgt:
„Moving on!“ („Nächste Einstellung!“)
„Coming around!“ („Gegenschuss“)
„Bring in second team!“ („Alle Doubles ans Set!“)
„Marking positions!“ („Positionen festlegen, Schärfe nehmen“)
„Give it to lighting!“ („Einleuchten beginnen!“)
„Ready for first team!“ („Schauspieler ans Set, Doubles haben Pause!“)
„Last looks!“ („Drehfertig machen!“)
„Picture is up! („Wir sind drehfertig!“)
„Background Action“ („Komparsen bitte Aktion!“)
„And… Action“
„And… CUT!“

(Aus is‘)

Das war’s nun mit dem ABC.
An dieser Stelle sei meinen treuen Lesern gedankt, die in den letzten 5 Wochen regelmäßig vorbeigeschaut haben, das hat mich sehr gefreut!
Der meistgelesene Buchstabe war übrigens das Y, das hätte ich wirklich nicht erwartet.
Auch wieso ich täglich 4 Leser aus Russland habe, ist mir schleierhaft…

Man sieht sich wieder, gleiche Stelle, gleiche Welle!

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Hollywood-ABC: Y wie Yeah, Sex-Szene!

Okt 21

Irgendwann musste es ja mal soweit kommen, dass in diesem Blog auch diese Schublade aufgemacht wid.
Aus der Kategorie „Was Sie immer schon wissen wollten, aber nie zu fragen trauten“ kommt heute ein kurzer Beitrag über das Drehen von Sex-Szenen.

Natürlich sind die Szenen nur gespielt, alles andere wäre Zuhälterei. Erstens wird genau festgelegt, was zu sehen sein darf und was nicht. (Laut Vertrag der amerikanischen Schauspielergewerkschaft ist „nudity“ nicht im Basis-Paket eines Schauspielers enthalten, und darf daher gedoubelt werden.) Zweitens sprechen sich die Schauspieler ab, was gemacht werden soll und was nicht. Drittens werden beim Drehen bis auf Regisseur und Kameramann alle weit, weit weg geschickt, damit sich die Schauspieler möglichst ungestört fühlen.

Es werden Bett, Sofa, Auto, Teppich, Bettvorleger, Waschmaschine etc. komplett mit schwarzen „Höflichkeits“-Fahnen („Courtesy Flags“) umstellt, damit keine voyeueristische Stimmung aufkommt.
Alle Monitore am Set (bis auf den Regiemonitor natürlich) werden ausgeschaltet. Die Funkverbindung von der Kamera zum Monitor wird deaktiviert und durch eine Kabelverbindungen ersetzt, damit niemand das Funksignal hijacken und ins Internet streamen kann.

Der männliche Schauspieler bekommt dann eine sogenannte „Cock-Sock“ – damit wenigstens der letzte Funken Anstand gewahrt wird. Schaut euch das Bild an und ihr wisst was ich meine. Also, bequeme Socken sehen anders aus.



Die Dinger sollen schrecklich jucken habe ich mir sagen lassen. Deshalb bin ich auch kein Schauspieler geworden.

Übrigens: Aus dramaturgischen Gründen kommt die Bett-Szene (respektive Kuss-Szene in der Light-Variante) in 90% der Streifen genau in der Mitte des Films (außer ganz am Ende, als Happy-End). Da ein normaler Kinofilm 120 Minuten dauert, wäre die Mitte dann die 60. Minute. Und siehe da: unter uns Drehbuchautoren gibt es den geflügelten Begriff SEX AT SIXTY.

Hier kommt der Beweis, von Mainstream bis Arthouse, von Godard bis James Cameron, immer wieder „Sex at Sixty“:

„Im Winter ein Jahr“, Caroline Link, bingo – in der 60. Minute

„Wall Street“, Oliver Stone, in der 65. Minute

„Das Leben der Anderen“, Florian HvD, in der 64. Minute

„Knocked Up“, Judd Apatow, in der 66. Minute

„40 year old Virgin“, Judd Apatow, in der 66. Minute

„Schtonk“, Helmut Dietl, in der 65. Minute

„Wie im Himmel“, Kay Pollack, in der 66. Minute

Manche Filme dauern auch nur 90 Minuten. Daher müsste der Höhepunkt theoretisch in Minute 45 kommen. Und siehe da…..:

„When Harry met Sally“, Rob Reiner, in der 45. Minute

„Außer Atem“, Jean-Luc Godard, in der 44. Minute

„Kramer vs Kramer“, Robert Benton, in der 43. Minute

Einige Jungs übertreiben es natürlich mit der Filmlänge, wie James Cameron. Seine Filme dauern nicht unter 3 Stunden. Bei einem 180-Minüter müsste das Geknutsche theoretisch in Minute 90 kommen. Und, oh Wunder:

„Titanic“, James Cameron, exakt in der 90. Minute

„Avatar“, James Cameron, in der 80. Minute (aber der ganze Film geht ja 160).

Wieso das so ist, möge man in Dramaturgie-Büchern nachschlagen…
(Das Copyright der Standbilder liegt bei den Produzenten)

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Hollywood-ABC: X wie X-ing

Okt 20

X-ing („Cross-ing“ ausgesprochen) steht für „Kreuzung“. Irgendwie hatte ich während meines USA-Aufenhalts ein Faible für Kreuzungen… Vielleicht auch deshalb, damit ich hier etwas für den Buchstaben X finde…

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