KSK für Dummies – Die Künstlersozialkasse, einfach erklärt

Aug 17

Zu Gymnasialzeiten habe ich zwar gelernt, wie man die siebte Wurzel aus 823.543 berechnet und die vierte Ableitung aus Sinus mal Cosinus hoch x, aber wie man seine Steuererklärung macht, wird einem irgendwie nicht beigebracht.

Damit soll jetzt Schluss sein, und deswegen möchte ich hier mal festhalten, was ich in den letzten Jahren über die deutsche Bürokratie gelernt habe. Vor allem geht es darum, wie man als Künstler seine Sozialversicherungen und Steuern bezahlt – herzlich willkommen zum Telekolleg Künstlersozialkasse (KSK)!

Über die KSK existieren viele Gerüchte – einige lieben sie, und andere wiederum schimpfen darüber, als wäre sie schlimmer als die Pest.
Aber eines schonmal vorweg – die KSK ist für Künstler was Supergutes!

Gegründet in den 1980ern, hat man erkannt, dass Künstler***und Publizisten in der Regel arme Schweine sind, und beschlossen, ihnen die Hälfte der Kosten für Sozialversicherungen zu SCHENKEN! Die KSK bringt einem Künstler also bares Geld – quasi ein Hartz IV, extra nur für Filmemacher.

Doch schauen wir uns zunächst an, was Sozialversicherungen überhaupt sind und welche Steuern und Abgaben man auf seine hartverdiente Kohle zu zahlen hat.

SZENARIO A: Lieschen Müller, Sekretärin bei Siemens

Beginnen wir mit einem Beispiel aus der „normalen“ Welt, also mit Menschen, die von einer Firma angestellt werden, sozusagen „nicht-selbständig“ arbeiten. Lieschen Müller arbeitet als Sekretärin für Siemens. Im Einstellungsgespräch hat man sich auf einen Brutto-Monatslohn von 2.000€ geeinigt. Da Lieschen Müller nicht mehr im Mittelalter lebt, soll es ihr auch dann gut gehen, wenn sie alt, krank oder pflegebedürftig wird. Deswegen muss Lieschen Müller in guten Zeiten für ihre schlechten vorsorgen – und von ihrem Bruttogehalt eine Rentenversicherung, eine Krankenversicherung und eine Pflegeversicherung bezahlen***außerdem eine Arbeitslosenversicherung - diese lassen wir der Einfachheit halber mal weg. Diese Versicherungen nennt man Sozialversicherungen. In Deutschland werden die Kosten dafür ungefähr fifty-fitfty zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer aufgeteilt – man spricht von Arbeitgeberanteil und Arbeitnehmeranteil. Wenn Lieschen also zum Arzt muss, zahlt sie eine Hälfte selbst, die andere Hälfte zahlt Siemens.

Die Beitragssätze für die gesetzlichen Sozialversicherungen belaufen sich aktuell (2014) wie folgt:

  • Rentenversicherung: 18,9%, diese Kosten teilen sich Lieschen und Siemens zu je 9,45% auf.
  • Krankenversicherung: 15,5%, davon zahlt Lieschen 8,2% und Siemens 7,3%.
  • Pflegeversicherung: 2,3%, davon zahlt Lieschen 1,275% und Siemens 1,025%.
Bei einem Bruttolohn von 2.000€ ergibt das:
Lieschen zahlt Siemens zahlt
Rentenversicherung 9,45 % = 189 € 9,45 % = 189 €
Krankenversicherung 8,2 % = 164 € 7,3 % = 146 €
Pflegeversicherung 1,275% = 25 € 1,025 % = 20 €
Gesamt = 378 € Gesamt =  355 €

Die Firma Siemens muss für Lieschen also monatlich 2.000€ Gehalt bezahlen + Arbeitgeberanteile von 355€, also 2.355€. Auf der anderen Seite zahlt Lieschen selbst von ihrem 2.000€ Bruttogehalt monatlich 378€ für ihre Sozialversicherungen. Bleiben ihr somit monatlich 2.000€ – 378€ = 1.622€ über.

Doch halt, halt, zu früh gefreut – Lieschen hat ja noch gar keine Steuern gezahlt!  Die kommen natürlich auch noch drauf.

Fürs Berechnen der Steuer gibt es jetzt megakomplizierte Steuertabellen, damit anhand des Familienstands, der Kirchenzugehörigkeit und des Bluts eines jungfräulichen Einhorns der Steuersatz errechnet werden kann. Beim ledigen, kinderlosen, unchristlichen Lieschen liegt der bei ungefähr 14%. Sie zahlt also von ihren 1.622€ nochmal 14% Steuern auf ihren Lohn (=Lohnsteuer), also grob 220€ ***inklusive Solidaritätsbeitrag.

Bleiben für Lieschen:

Bruttogehalt  2.000 €
Sozialversicherungsbeiträge – 378 €
Steuern – 220 €
 Gesamt netto 1.402 €

Lieschen hat also monatlich netto 1.402€ Cäsh in der Täsch – bares Geld, mit dem sie dann Gummibärchen kaufen kann.

SZENARIO B: Klaus Künstler, freischaffender Drehbuchautor

Bei Selbständigen, die ja bei niemandem angestellt sind, gibt es jetzt logischerweise KEINEN Arbeitgeber, der die Arbeitgeberanteile der Sozialversicherungsbeiträge bezahlen könnte. Ein Selbständiger zahlt also alles selbst: die kompletten 19% Rentenversicherung, die komplette Krankenversicherung, die komplette Pflegeversicherung… Nix mit Fifty-Fifty.

Außer man ist Künstler und in der KSK.

Bei Künstlern tut die KSK nämlich so, also wäre sie ein Arbeitgeber – die KSK tut so, als wäre sie Siemens!, und bezahlt die Arbeitgeberanteile!! Ist das cool, oder was?!!!

Nehmen wir an, Klaus Künstler ist Drehbuchautor und erhält 24.000€ Drehbuch-Gage. Aufs Monat gerechnet sind das 2.000€. Das ergibt:

Klaus zahlt die KSK zahlt
Rentenversicherung 9,45 % = 189 € 9,45 % = 189 €
Krankenversicherung 8,2 % = 164 € 7,3 % = 146 €
Pflegeversicherung 1,275% = 25 € 1,025 % = 20 €
Gesamt = 378 € Gesamt =  355 €

Also identisch wie bei Lieschen Müller! Auch Klaus zahlt (wenn kinderlos, ledig, kirchenlos) nochmal 14% Steuern – bleiben auch ihm monatlich netto 1.402€***und zwar zahlt Klaus seine Steuern als dicken Batzen einmal im Jahr, sobald er die Steuererklärung abgegeben hat. Lieschen hingegen zahlt ihre Steuern monatlich, indem sie einfach vom Lohn einbehalten werden.. Klaus ist damit der Sekretärin von Siemens gleichgestellt, da die KSK 50% der Sozialversicherungskosten bezahlt hat.

Daher kommt auch der Name – die KSK ist eine Kasse, die Geld für Künstler einsammelt und weiterleitet. Sie ist also KEINE KRANKENKASSE – sondern sie sammelt Geld EIN und überweist es dann AN eine Krankenkasse, wie AOK oder TK. Eine Krankenversicherung ist für Künstler übrigens Pflicht, genauso wie für jeden anderen Menschen in Deutschland. Ebenso Pflicht ist die Rentenversicherung, die jeder Künstler bezahlen MUSS! Man kann sich NICHT „von der Rente befreien lassen“! Dank der KSK werden Rentenbeiträge aber verdoppelt: Klaus zahlt 189€ Rente ein, die KSK packt nochmal 189€ drauf und überweist dann monatlich einen Betrag von 378€ an die Rentenversicherung. Und wenn Klaus dann 110 Jahre alt ist, bekommt er monatlich wieder 378€ zurück. (Hahaha)

Doch woher nimmt die KSK das Geld, mit dem sie Künstler unterstützt? Klar, Siemens holt sich das Geld mit dem Verkauf von Bügeleisen und Waschmaschinen, aber die KSK?

Die Antwort ist einfach – es sind zum einen Teil Steuergelder, zum anderen Teil müssen alle Firmen, die regelmäßig Künstler beauftragen, nochmal 5,2% auf die Künstlergage draufschlagen und an die KSK zahlen – die so genannte KSK-Abgabe (dabei ist es völlig wurscht, ob der Künstler selbst in der KSK ist, Deutscher, Amerikaner oder Holländer). Das heißt, es gibt in Deutschland quasi eine 5%-ige Steuer auf alles, was Kunst ist, die dann an Künstler weitergeleitet wird.

Jetzt wird auch klar, wieso oft über die KSK geflucht wird – vor allem bei Unternehmen, die die KSK-Abgabe zahlen müssen, und bei Künstlern, die von der KSK nicht als „richtige“ Künstler anerkannt werden und nicht von den immensen Vorteilen profitieren. Selbständige Nicht-Künstler finden es natürlich unfair, dass sie die kompletten Sozialversicherungsbeiträge zahlen müssen, Künstler aber nur 50%.

Bleibt nur noch zu klären: Wie kommt man in diese sagenumwobene KSK?

Dazu muss man Künstler sein (und es gibt tausend Definitionen darüber, was ein Künstler ist: Ein Kameramann bei einem Fußballspiel ist kein Künstler, ein Kameramann bei einem Kinofilm hingegen schon; ein Web-Designer ist ein Künstler, ein Web-Programmierer hingegen nicht…). Ebenso muss man hauptberuflich Künstler sein, also mindestens 50% seines jährlichen Einkommens mit Kunst verdienen, mindestens 3.900€. (UPDATE: Mit nicht-künstlerischen (Neben)Tätigkeiten darf man im Jahr maximal 5.400€ verdienen, sonst muss man seine Kranken- und Pflegeversicheurung komplett selbst zahlen! UPDATE 2: Das KSK-Minimum zählt nicht für Berufsanfänger in den ersten 3 Jahren; danach darf das Minimum in 6 Jahren höchsten zweimal unterschritten werden, bevor man wieder aus der KSK rausfliegt).

Wenn man all diese Bedingungen erfüllt, dann kann man sich hier das Formular für ein KSK-Beitrittsgesuch herunterladen. Einmal im Jahr meldet man dann bei der KSK das zu erwartende geschätzte Jahreseinkommen an, die KSK errechnet die monatlichen Sozialversicherungsbeiträge, bucht das Geld monatlich ab, verdoppelt es, und leitet es an die Krankenkasse und Rentenversicherung weiter.

Wenn man also in die Geldverdopplungsanstalt KSK aufgenommen wird, kann man getrost die Korken knallen lassen!

(achja, und die 7. Wurzel aus 823.543 ist 7)

flattr this!

  • T Hom As

    Hey Matthias, toller Beitrag! Hätte es nicht besser erklären können! LG

    • Inge

      Sehr nett geschrieben !
      Ein Punkt fehlt mir aber:
      Die „Kunstverwerter“, also die Käufer, müssen nun die 5,2% Abgaben bezahlen. Wie wird diese berechnet, vom Netto oder vom Brutto (inkl. MwSt.) der Rechnung des Künstlers?

      • Matthias

        Hi Inge,
        die Künstlersozialabgabe muss auf den Netto-Betrag gezahlt werden.

      • Kinesias

        Hi Inge, die Künstlerabgabe muss auf den Netto-Betrag gezahlt werden. lg Matthias

  • Paulania

    Hallo Matthias, danke sehr für diesen gelungenen „Kräschkursus“ und Deine damit verbundene Mühe. Eine vielleicht doofe Frage habe ich nun doch noch: Ist mit den 3.900 Euro netto oder brutto gemeint? Danke sehr und beste Grüße!

  • Oskar

    Hey Matthias, danke für den Überblick! Ich bin heute bei der KSK aufgenommen worden. Vorher habe ich ca. 330€ bei meiner gesetzlichen Krankenkasse für Kranken- und Pflegeversicherung bezahlt. Die KSK fordert nun einen monatlichen Gesamtbeitrag von 337€ allerdings ist jetzt auch die Rentenversicherung mit drin. Lohnt sich das wirklich unterm Strich? Ich bin jetzt 32 Jahre alt und werde meine Tätigkeit als Künstler maximal 15 weitere Jahre ausüben… Wie ist Deine Meinung? Besten Gruß, Oskar

    • Kinesias

      klaro lohnt sich das! 7 Euro mehr und dafür Rente – ist doch ein super Deal! lg Matthias

  • Kirsten

    Hi!
    Tausend Dank für den tollen Überblick. Brauch die KSK für eine Prüfung und aus dem Skript unseres Profs ging leider nicht viel sinnvolles hervor – jetzt hab ich verstanden worums eigentlich geht :) Echt super ;)

  • Julie

    Hallo!
    Darf ich als Auftraggeber/in auch was fragen? – Heißt das, wenn wir als Firma eine/n Künstler/in beauftragen, sagen wir mit einem Honorar iHv 4850 €, müssen wir dann noch zusätzlich 252 € an die KSK einzahlen?

  • Boris Chykulay

    Unglaublich, endlich eine gute info! Vielen Dank!

  • Oliver

    Hallo zusammen, Ich bin Werbefotograf und überlege der KSK beizutreten. Zur Zeit bin ich nicht rentenversichert. „Muss“ ich bei Eintritt wieder automatisch in die Rentenversicherung einzahlen oder kann ich mich davon weiter befreien und nur KV und PV weiterhin zahlen? Vielen Dank für Eure Hilfe.

  • Tatjana

    Hallo, ich bin Künstlerin und habe einen Vertrag erhalten in dem steht, in meinem Honorar sind die 5,2% KSK bereits enthalten und ich muss sie selber abführen. Wie mache ich das? Über eine Antwort wäre ich dankbar

    • kinesias

      ganz ganz ganz falsch!!!! Als Künstlerin müsst du dir doch niemals selbst deine Künstler-Abgabe bezahlen! Dieser Vertrag ist ILLEGAL und dein Kunde handelt gegen das Gesetz! ER muss die Abgabe zahlen, nicht du. Da hat dich jemand ordentlich beschissen. Am besten meldest du diesen Betrüger bei der KSK.

  • Ananda Putra

    Hallo an alle, erstmal vielen Dank dass sich hier jemand Zeit nimmt!
    Meine Frage ist wie es sich verhält wenn man seinen Berufsbeginn im Ausland (außerhalb EU) macht. Habe gerade meinen musik bachelor gemacht, will aber im Ausland arbeiten und leben weil ich hier geheiratet habe.
    Kann ich jederzeit in die KSK eintreten wenn ich wieder nach Deutschland komme?
    Ich bin seit meinem Auslandsstudium nicht in Deutschland gemeldet.
    Wo ich auf lange Sicht wohnen möchte weiss ich noch nicht.

    Macht die KSK Sinn für mich?
    Danke für jede info die hilfreich sein könnte :)

    • kinesias

      Wenn Sie in Deutschland steuerpflichtig sind, ist es egal, wo Sie als Künstler Ihr Geld verdienen! Sie könnten zB als Tänzer in Berlin wohnen, Ihr Geld aber mit Auftritten in Paris verdienen. (Ihr Pariser Autraggeber muss übrigens keine KSK-Abgabe zahlen, da das Erhebungsgebiet der KSK nur die BRD ist. Andersrum muss innerhalb der BRD die KSK-Abgabe von allen Unternehmen gezahlt werden, auch dann, wenn der Tänzer aus Spanien kommt!)

  • Pepa

    Hallo Matthias!
    Vielen Dank für alle Infos! Toll!

    Ich entschuldige erst mal für mein Deutsch und hoffe, dass Du meine Fragen
    verstehen kannst.

    Meine Situation ist die folgende:

    Ich bin Auftraggeberin, gleichseitig Künstlerin (Selbständige Tänzerin-Choreographin) und auch bei der KSK.

    Ich habe eine Koproduktion mit einem Theater erhaltet für 8.000€, ich habe
    dafür eine Rechnung gestellt. Das Theater hat davon 5.2% (416€) KSK abgaben
    abgeführt.

    Mit der 8000€ und weitere Staatliche Fördergelder, muss ich Honorare für
    Künstlern (Tänzer, Lichtdesigner) und auch mein eigenes Honorar zahlen. Die gesamte Summe der Honorare für Künstler ist 16.000€

    Das bedeutet, ich muss weitere 416€ abgaben an der KSK abführen. Richtig?

    Meine Frage ist aber: muss ich für mein eigenes Honorar auch KSK Abgaben abführen? Ich finde das ziemlich seltsam…

    Ich könnte bis jetzt keine Antwort auf diese Frage in der KSK Seite finden.

    Ich bedanke mich sehr im Voraus.

    Viele Grüße

    Pepa

  • Martina

    Hey Matthias, sehr interessanter Artikel. entschuldigung, aber ich kann nicht gut Deutsch sprechen, aber ich habe eine Frage.
    Vielleicht verstehst du Englisch?

    FRAGE:
    I have worked for a couple of small clients abroad and they paid me through Western Union. Thanks to that money I could justify that I have more than the mininum of 3,900 required by KSK. My problem is that I only have invoices to show that I did those works during this year, but I don’t have bank receipts or any paper from Western Union. I don’t understand what I have to do.

    Rechnungen sind genug?

    Entschuldigung, ich studiere Deutsch, aber meine Frage war sehr kompliziert zu erklären.

    Danke schön!
    Martina.

    • kinesias

      Hi Martina, usually, invoices should be enough, but as those can be faked very easily, you have to prove to the KSK you really received the money. Therefore, you must show them a „Bankauszug“, like from Deutsche Bank, Hypovereinsbank, Sparkasse – your normal bank account you pay your rent with.

  • Ulli

    Hallo Matthias,
    danke für diesen tollen Blog. Ich bin auch schon lange in der KSK und seit 1.10. bekomme ich Rente. Die Krankenkassenbeiträge werden aber auch ab sofort von der KSK eingezogen. Meine Frage: zahlt auch nach Renteneintritt die KSK bei der Krankenkasse mit ein? Oder wie berechnet sich das? Wäre dankbar für eine kurze Antwort.

  • Jasmin

    Hallo Matthias,

    toller Artikel! Danke!

    Bin auch in der KSK und habe folgende Frage: Man meldet ja jedes Jahr sein voraussichtliches Jahreseinkommen an. Wer kontrolliert diesen Richtwert? Wenn man am Ende des Jahres merkt, man lag daneben und hat doch mehr Gewinn gemacht, droht einem irgendwann eine Nachzahlung?

    Vielen Dank und viele Grüße!

    • kinesias

      Du kannst und musst deine Jahresprognose sofort aktualisieren, wenn sie von dem gemeldeten Betrag grob abweicht (kann man mittlerweile glaub ich auch online machen). Ähnlich wie das Finanzamt überprüft die KSK stichprobenartig seine Mitglieder – dann muss man seine Steuererklärung der letzten 4 Jahre vorlegen. Hat man absichtlich betrogen, gibt es ein Bußgeld von ca. 5.000 Euro. (http://kuenstlerrat.de/special_ksk_ueberpruef)

      • Celine Heilig

        Hallo! Ohhh hier stehen die Antworten, die ich suche!
        Ich frage nicht für mich…. sondern für einen syrischen Künstler, dem ich im Sommer die Beitrittserklärung für die KSK ausgefüllt habe. Er kam auch rein, wir haben eine Schätzung abgegeben, die aber viel höher war, als das, was er schließlich bekommen hat. Nun muss er (wie ich das verstanden habe nachträglich für letztes Jahr? ich denke, das war die Zeit, bis zur Bewilligung des Status?) einen recht hohen Monatsbeitrag bezahlen und fragt sich wieso es jetzt auf einmal so viel sein soll. Dort angerufen, hat er die Auskunft bekommen, er hätte seine Verdienstangaben bis ende Dezember korrigieren müssen, jetzt muss er das bezahlen, was er angegeben hat, pech. Kann das sein?? Kann man das denn nicht mit seinem Steuerbescheid regularisieren? wie soll man denn für das laufende Jahr bis Ende Dezember seine Einkünfte so genau wie möglich angeben??
        Danke!!!

        • kinesias

          Sobald du dein Jahreseinkommen korrigierst, werden alle ZUKÜNFTIGEN Beiträge angepasst. Rückwirkend wird nichts mehr geändert – ganz anders, als man es von Abschlagszahlungen wie Strom und Heizung kennt. Wenn du für 2017 also eine Einkommensprognose von 100.000€ abgibst und im November merkst, dass du nur 100€ im Jahr verdient hast, ist dein bereits gezahltes Geld für immer futsch.

          • Celine Heilig

            Danke Dir, auf meiner weiteren Suche habe ich es dann auch begriffen. Im Grunde ist es am Schlausten, die erste Schätzung lieber etwas nach unten einzuschätzen und dann immer nach dem letzten Steuerbescheid zu fahren, so dass es zwar immer um ein Jahr versetzt ist aber im Falle einer Prüfung immer richtig ist

  • Heinz

    Hallo Matthias,

    meine Frage bezieht sich teilweise auf den vorangegangenen Post von Jasmin. Ich habe diese Woche zum ersten Mal meinen Versicherungsverlauf von meiner Rentenversicherung bekommen. Darin stehen meine Einkünfte der letzten Jahre, die letztendlich meine Rente zum Renteneintrittsalter bestimmen werden. Nun gibt man ja bei der KSK jedes Jahr seine Schätzung des eigenen Einkommens (Gesamtumsatz-Kosten=Gewinn) an und teilt diese der KSK mit. Exakt dieser Wert erscheint nun auf meinem Versicherungsverlauf. Es handelt sich dabei natürlich um mein geschätztes Netto Einkommen (=Gewinn), da ich ja meine Kosten schon abgezogen habe. Bei einem „normalen“ Arbeitnehmer wird hier jedoch der Bruttoarbeitslohn für das gesamte Jahr eingetragen. Mein eigentliches Brutto ist jedoch auch viel höher. Warum wird bei Künstlern hier der Netto Betrag verwendet und nicht der Brutto Betrag, vor Abzug der Kosten? Ich sehe hier eine starke Benachteiligung von Künstlern in Hinsicht auf die Einzahlung in die Rentenversicherung. Das durchschnittliche Einkommen der Deutschen liegt bei ca. 31.000 Euro pro Jahr (Brutto), was so auch in dem Versicherungsverlauf angegeben wird. Wenn ich als Künstler ebenfalls 31.000 Euro dort stehen haben möchte, um einen vollen Rentenentgeltpunkt zu sammeln, so muss ich ja deutlich mehr als diese 31.000 Euro verdienen, da ja noch alle möglichen Kosten für mich anfallen. Diese Kosten bleiben aber völlig unberücksichtigt. Ich habe beispielsweise im Jahr 2015 einen Umsatz in Höhe von 65.000 Euro gehabt, aber nur ca. 24.000 Euro Gewinn. Mein Brutto wären demnach eigentlich die 65.000 Euro und nicht die 24.000 Euro. Ich hoffe du verstehst meine Argumentation. Ich habe auch schon bei der KSK diesbezüglich angerufen und mir wurde gesagt, das dies so normal sei. Mir erscheint dies aber überhaupt nicht logisch. Auch, dass letzendlich nur die Schätzung auf dem Versicherungsverlauf erscheint finde ich sehr merkwürdig. Am Ende werde ich eine Rente erhalten, die nicht auf tatsächlichen Werten basiert, sondern nur auf Schätzungen. Eine Revidierung der Werte aufgrund des tatsächlichen Einkommens ist nicht möglich. Die echten Werte ermittelt man ja mit der Steuererklärung.

    • kinesias

      Ich glaube, du hast da einen Denkfehler. Wenn ich das richtig verstanden habe, möchtest du, dass deine Sozialversicherungsbeiträge anhand deines monatlichen Umsatzes und nicht anhand deines Gewinns berechnet werden, damit deine monatlichen Beiträge höher sind. (Ein normaler Arbeitnehmer hat übrigens ein Gehalt, und nicht Umsatz und Gewinn — da kann man nicht Begriffe wie netto, brutto, Gewinn etc in einen Topf schmeißen). Wenn du als Selbständiger einen Gewinn von 65.000 € hast, werden davon die Sozialbeiträge berechnet, und am Ende bleibt netto übrig. Wenn ein Arbeitnehmer ein Gehalt von 65.000 € hat, werden auch davon die Sozialbeiträge verrechnet, um am Ende bleibt netto über. Da gibt es keine Benachteiligung! Dein Gewinn (du nennst es ’netto‘, was aber der falsche Begriff ist) entspricht dem Bruttogehalt eines Arbeitnehmers!
      Bleibt noch zu klären, warum Deine monatlichen Beiträge anhand des Gewinns und nicht deines Umsatzes berechnet werden. Naja – ob du arm oder reich bist, sagt dein Gewinn- nicht dein Umsatz! Du kannst ja einen Umsatz von 100.000 Euro haben, wenn du aber Kosten von 99.000 Euro hast, bist du trotzdem arm. Arme Leute zahlen wenig Sozialversicherungen, reiche zahlen mehr. Wenn du mehr Rentenversicherung zahlen möchtest, müsstest du auch mehr Krankenversicherung zahlen – bringt also wenig.

  • Rainer

    Hallo Matthias,
    Ich bin, ein Künstler, der seit 11 Jahren in der KSK ist, der aber schon seit 2009 in den USA lebt. Ich bin aber noch in Deutschland gemeldet.
    Meine KSK/Krankenversicherung lasse ich aber noch weiterlaufen, damit dann ein späteres Rueck kommen nach Deutschland möglich ist. Seit 2011 zahle ich keine Steuern in D.
    Mein Einkommen hatte ich jedes Jahr mit 6000 Euro beziffert.
    Nun wird nach den Einkommensteuerbescheiden 2011- 2014 gefragt – in diesen Jahren habe ich aber gar keine Einkommenssteuer mehr in Deutschland bezahlt. Meine ehemalige Steuerberaterin sagt ich bin beim Finanzamt nicht mehr
    Aktenkundig – Ich erziele in Deutschland keine Einkünfte mehr. Meine
    Steuer Deklariere ich in den USA.
    Haben Sie bitte einen Tip für mich, wie ich dieses Dilemma am besten handhabe?
    Auf gar keinen fall darf ich meinen Versicherungsschutz verlieren.
    Gerne können Sie mir auch einen Steuerberater empfehlen, der sich mit der Thematik auskennt.

    Beste Gruesse aus LA. Vielen Dank!

    • kinesias

      Sie zahlen Ihre Steuern also in den USA – möchten aber, dass später die deutschen Steuerzahler Ihre Rente bezahlen? Das ist auf jeden Fall moralisch kreativ — kann mir gut vorstellen, dass die KSK da Probleme macht ;) Laut diesem Artikel eines Steuerberaters verfällt nach 12 Monaten Auslandsaufenthalt die Möglichkeit, sich über die KSK zu versichern. http://www.medienvorsorge.de/steuerrecht/archiv-suche/pdf-print/auslandsaufenthalt_und_kuenstlersozialkasse/medienvorsorge.pdf?no_cache=1

      • Rainer

        merci, so kann es gehen, wenn aus einem jahr 2 und dann doch einige mehr werden, man aber immer mit der Rueckkehr nach D geliebaeugelt hat. Vielen Dank fuer die Antwort.

    • MT

      Hallo,

      Mein Fall ist ähnlich, nur hat die KSK bei mir bis jetzt noch nicht nachgefragt. Würde mich interessieren, wie Du die Sache gehandhabt hast…?

      Besten Gruss

      mt

      • MT

        Oder ob Du hier im Forum auf ähnliche Fälle gestossen bist?

        • Rainer

          Ich habe einen KSK experten als Berater gehired. Es waere besser gewesen, wenn ich weiterhin etwas Einkuenfte in Deutschland erziehlt haette und D Steuern gezahlt haette. Zumindest EÜR von einem Steuerberater unterzeichnet haette. Ich fliege jetzt wohl aus der KSK raus und muss mich gesetzlich versichern- Ich bin noch im Verfahren und hoffe das klappt einigermassen Reibungslos mit nicht allzu hohen Beitraegen. Wie gesagt – Es scheint als haette es sich gelohnt haette ich auch weiterhin in D steuern gezahlt.. zumal eine Rueckkehr nicht ausgeschlossen ist. Lesson learned. Gibt es sonst jemand der damit Erfahrung hat?

    • Ronny

      wie leben Sie mit 6000eur in LA? Kann gut sein, dass es eng wird, sobald eine US-Krankenversicherung bezahlt werden will;)

      Genau solche Fälle sollte die KSK verstärkt prüfen. Soziale Hängematte in Deutschland als offene Hintertür. Chapeau!

  • Mari

    Hallo Matthias, danke für die tolle Erklärung. Ich habe gestern meinen Antrag bei der KSK abgegeben. Jetzt heißt es hoffen und warten. Ich wollte allen andern, die gerade warten, sagen, dass ich momentan über SMartDe http://www.smart-de.org versichert bin. Das ist eine Künstlergenossenschaft, die meine kleinen Kunstprojekte (ich habe gerade erst angefangen) verwalten und mich dafür anstellen. Ich bin also freiberuflich und angestellt in einem. Hybrid :) Und dadurch sind meine Sozialabgaben noch recht gering bis ich dann hoffentlich zur KSK wechseln kann. Optionale Lösung für mich am Anfang. Wollte ich euch nur mal mitteilen. Schönen Tag allerseits!

  • Tim

    Hallo,
    gibt es einen Höchstsatz oder richten sich die monatlichen Abgaben immer an den Einnahmen und sind „nach oben offen“? Sind die Beiträge außerdem abhängig davon, ob man kinderlos ist oder Nachwuchs hat?
    Vielen Dank für eine Antwort und herzlichen Gruß,
    Tim

    • kinesias

      Die Höhe deiner Sozialversicherungsbeiträge richtet sich nach dem geschätzten Jahreseinkommen. Sie sind nach oben hin gedeckelt – siehe „Beitragsbemessungsgrenzen“, https://www.vdek.com/vertragspartner/arbeitgeber/beitragssaetze.html Wenn du Kinder hast, zahlst du weniger Pflegeversicherung, weil dich deine Kinder ja später mal bei einem Schlaganfall pflegen können und der Staat sich so Kosten spart. (wenn du jünger als 22 bist, gilt diese Regel nicht). Rente und Krankenversicherung bleiben gleich.

  • Frida

    Beispiel Lisa bei Siemens:
    Angestellte zahlen noch Arbeitslosenversicherungsbeiträge.
    Ich nehme an, dass diese aus Gründen der besseren Darstellung „vernachlässigt“ wurden :-):

    • kinesias

      Fahren Sie einfach im Absatz „Szenario A“ mit der Maus über die drei blauen Sternchen…

  • birol

    hallo,

    werde demnächst auswandern, so gegen spätSommer. Bin bei der KSK versichert … werde vorläufig weiterhin in Deutschland gemeldet sein. Eine bekannte meinte das man ein Jahr über die KSK im Ausland weiterhin versichert bleiben kann … vorraussetzung hier in Deutschland gemeldet sein … hab bei meiner Krankenkasse ( DAK ) auch nach einer Auslandsversicherung geschaut … weltweit für ein Jahr Kostenpunkt 1125,30 € …. besser doch direkt bei der KSK mich informieren ..wie ist es wenn ich jobs im Ausland annehme … oder was ist, wenn ich keine Aufträge bekomme

  • Bebe

    Hey Hallo , kann mir jemand sagen was das Minimum an Gewinn ist das ich bei der Künstlersozialkasse angeben kann??

    • kinesias

      Du musst mindestens 3.900 € verdienen und hauptberuflich (also mindestens 50% deiner Zeit) als freischaffender Künstler tätig sein.

  • Atina

    Hallo,

    wie verhält sich das, wenn man bei der KSK versichert ist und gleichzeitig in einem anderen Land eine Festanstellung (Musikschule) hat, bei der man in die Rentenversicherung einbezahlen muss, bzw. dies direkt vom Lohn abgezogen wird? Ist man in dem Fall verpflichtet, auch bei der KSK in die Rentenversicherung einzuzahlen, bzw., wann wäre man von dieser befreit? Oder kann man dies eventuell selbst entscheiden, falls man im Rentenalter besser gestellt sein möchte?Denn werden die im Rentenalter in Deutschland oder dem anderen Land während der Berufstätigkeit einbezahlten Betrage zusammen gerechnet und ergeben somit eine höhere Rente? In diesem Fall wäre es sehr sinnvoll, wenn die Rentenversicherung bei der KSK weiter bestehen würde. Auch in dem Fall, wenn der andere Job einmal aufgegeben werden würde, da man dann immer weiter in die Rentenversicherung einbezahlt hätte.
    Vielen Dank für eine Antwort und die tolle Seite!

    • kinesias

      Wenn Sie eine Festanstellung haben, sind Sie wahrscheinlich weniger als 50% Ihrer Zeit als Freiberufler tätig – dann könnten Sie gar nicht in die KSK. Wenn Sie Ihre Steuern ausschließlich im Ausland zahlen, können Sie auch nicht in die KSK.

  • Manuela Kern

    Hallo Matthias,
    vielen Dank für die tolle Erklärung. Ich habe eine
    kleine 3D Agentur und in über 10 Jahren war die KSK noch nie ein Thema. Die
    Mitarbeiter sind angestellt, die Sozialabgaben werden abgeführt. Die Umsetzung unserer Werke erfolgt nach Vorgabe vom Kunden. Nun hatte ein Kunde eine Prüfung und die Prüferin ist der Meinung, der Kunde müsste nun 5,2% an die KSK abführen. Kannst Du dazu etwas sagen? Ich bin der Meinung dass es nicht richtig ist, doch mir fehlen dazu die passenden Argumente. Der Kunde hat mich gebeten dazu Stellung zu nehmen. Es sind knapp 1.000 €, er ist also nicht gerade erfreut…. LG und Danke

    • kinesias

      „Es gibt in Deutschland quasi eine 5%-ige Steuer auf alles, was Kunst ist“
      Klar – wenn Dein Auftraggeber regelmäßig Kunst herstellen lässt, muss er KSK-Abgabe zahlen! Die 1.000 € muss übrigens ER zahlen, nicht du, also kann es dir egal sein ;)

      Folgende Firmen müssen KSK-Abgabe zahlen (Quelle: http://www.kuenstlersozialkasse.de/unternehmen-und-verwerter/faq-unternehmen-und-verwerter.html)

      – Verlage, Presseagenturen und Bilderdienste,
      – Theater, Orchester, Chöre und vergleichbare Unternehmen, Voraussetzung ist, dass ihr Zweck überwiegend darauf gerichtet ist, künstlerische oder publizistische Werke oder Leistungen öffentlich aufzuführen oder darzubieten,
      – Theater-, Konzert- und Gastspieldirektionen sowie sonstige Unternehmen, deren wesentlicher Zweck darauf gerichtet ist, künstlerische oder publizistische Werke oder Leistungen aufzuführen oder darzubieten,
      – Rundfunk und Fernsehen,
      – Hersteller von bespielten Bild- und Tonträgern,
      – Galerien und Kunsthandel,
      – Werbung oder Öffentlichkeitsarbeit für Dritte
      – Varieté- und Zirkusunternehmen, Museen
      – Aus- und Fortbildungseinrichtungen für künstlerische und publizistische Tätigkeiten.
      – Werbeagenturen

  • Juergen J. Straub

    Hi Matthias, Ulli fragte wie das mit der Krankenversicherung geht wenn man in Altersrente geht? Bin im gleichen Boot und haette gerne die Auskunft ob man weiterhin bei der KSK bleibt oder austritt wegen der Krankenversicherung?

  • Ina Fischer

    hi Matthias, meine Frage macht es sinn ab einem höherem Einkommen …sagen wir mal…35T-50T im Jahr in der KSk zu bleiben? Da ja keiner weiß was wie wann mit der rent passiert bin ich mir echt unsicher ob es nicht sinn macht einfach PKV z versichern und Private rentenvorsorge anzulegen!? Wäre günstiger und ggf besser.

    • kinesias

      Als Künstler privat krankenversichert zu sein halte ich für extrem gefährlich – denn als Künstler hat man gute und schlechte Jahre. Bei einer gesetzlichen Krankenkasse zahlt man auch weniger, wenn man mal weniger verdient. Die PKV will ihr Geld jedoch gnadenlos immer, basierend auf Alter und Gesundheitszustand. Eine PKV ist übrigens der häufigste Grund für Privatinsolvenzen bei Künstlern …

  • Lawrence Walker

    Herzlichen Dank — endlich alles klar gemacht! Und sehr lustig dargestellt. Solche Transparenz finde ich selten in Sachen Sozialabgaben und Steuern. Sie sollten sich vielleicht überlegen, Bücher oder Artikel der Art „for Dummies“ über Dinge zu schreiben, die Sie aus eigener Erfahrung kennen. Sie machen das überdurchschnittlich gut. Als Ausländer weiß ich es besonders zu schätzen, wenn jemand uns mit dem Umgang mit deutschen Behörden weiterhilft.

  • phillip

    Hallo Matthias,
    ich bin auf diese Seite gestoßen und möchte Dich gerne auf ein paar Fehler hinweisen:
    1. Man muss nicht wie im Text fett geschrieben hauptberuflich Künstler sein. Angenommen man hat als Selbstständiger einen Dönerladen (= nicht künstlerisch). Dort verdient man mehr und verbringt dort auch mehr Zeit als mit seiner künstlerischen Tätigkeit. Dann ist dies der Hauptberuf. Dennoch bleibt man über die KSK rentenversichert, zumindest so lange man die Hälfte der Beitragsbemessungsgrenze der Rente mit diesem Einkommen nicht überschreitet (für 2017 sind das 38.100€) … Was du meinst, bezieht sich nur auf Personen die den Hauptberuf in einer Festanstellung haben. Dann zahlt nämlich der Arbeitgeber statt der KSK und es werden keine KSK-Abgaben fällig.
    2. Ein Sport-Kameramann ist ein Künstler/Publizist. Übrigens auch ein EB-Kameramann… (siehe das Urteil des Bundessozialgerichts vom 29. 11. 2016 – B 3 KS 2/15 R)
    3. Der KSK-Abgabesatz ist nicht mehr korrekt, aber wenn kümmert es. Ändert sich eh jedes Jahr – fürs Verständnis sollte es auch so reichen.

    Ansonsten tolle Seite!
    Liebe Grüße
    Phillip

  • alexandra leber

    Hallo Matthias,

    ich habe zwar schon einiges auf der Seite der Künstlersoziallasse gelesen,
    bin mir aber trotzdem nicht sicher mit folgendem Thema:

    Eine Malerfirma erteilt an einen Freiberuflichen Künstler einen einmaligen Auftrag einen Art „Internetfilm“ über die Tätigkeiten der Firma zu drehen und zu schneiden um diesen dann auf deren Webseite zu stellen. Dieser Film wird noch dazu nur als Link zu Youtube dort eingebunden, da die Firma nicht so viel GB Speicher auf der Webseite zur Verfügung hat.

    Und jetzt meine Frage: Muss die Malerfirma dann auch eine Abgabe der KSK leisten oder nicht? Die Rechnung wird natürlich mehr als 450€ sein, aber die Malerfirma hat ja sonst nichts mit künsterischen Tätigkeiten zu tun, eben nur dieses eine mal.

    Wäre super wenn du mir da sichere Infos zu geben könntest ;)

    Liebe Grüße
    Alex

    • kinesias

      Hi Alexandra, am besten ist, du füllst einfach den Meldebogen bei der KSK aus, und kriegst dann Bescheid, ob du zahlen musst oder nicht!
      (Als Künstler bin ich natürlich dafür, dass für ein Werbevideo überhalb der Bagatellgrenze von 450 € eine KSK-Abgabe zu zahlen ist :o)
      „Grundlage für die Prüfung der Abgabepflicht ist der Anmelde- und Erhebungsbogen. Reichen Sie diesen bitte vollständig ausgefüllt und unterschrieben bei der Künstlersozialkasse ein. Fügen Sie dem Anmelde- und Erhebungsbogen -sofern vorhanden- Kopien Ihrer Eintragungen in das Gewerbe-, Handels- oder Vereinsregister hinzu. Die Künstlersozialkasse prüft anhand dieser Unterlagen die Abgabepflicht und teilt Ihnen das Ergebnis schriftlich mit.“ (Zitat Webseite KSK)

  • Till

    Hallo Matthias,
    toller Beitrag, vieln Dank

  • Till

    Ups, ich war noch gar nicht fertig.
    Ich bin im Moment (noch) nicht in der SK und mein Beitrag bei der Krankenkasse bemisst sich nach meinem KOMPLETTEN Einkommen. Es fließt also nicht nur das ein, was ich als Selbständiger verdiene, sondern auch meine Kapitaleinkünfte.
    Ein Wechsel in die KSK würde sich für mich lohnen, wenn dort nur meine Einkünfte als selbständiger Künstler berücksichtigt werden würden.
    Wie verhält es sich denn diesbezüglich?

    • kinesias

      Hi Till, der KSK-Beitrag berechnet sich immer nur aus deinen Einkünften als Künstler!
      „Das an die KSK zu meldende, voraussichtliche Arbeitseinkommen entspricht dem nach den allgemeinen Gewinnermittlungsvorschriften des Einkommensteuerrechts ermittelten Gewinn aus der selbständigen künstlerischen / publizistischen Tätigkeit.“ (Zitat Webseite KSK)

  • Till

    Danke Kinesias, schon ein krasser Unterschied zu sonstigen Selbständigen, bei denen die Krankenkassen ALLE Einkünfte zu Grunde legen…

    • kinesias

      Das Durchschnitts-Jahreseinkommens eines Künstlers in Deutschland liegt bei 16.000 €, daher darf man die ruhig unterstützen :o)

  • andre

    hallo…
    muss ich auch als veranstalter ksk bezahlen wenn ein konzert im jahr stattfindet.ich dachte unter 4 veranstaltungen im jahr greift die ksk nicht…

    • kinesias

      zahlen müssen „Theater-, Konzert- und Gastspieldirektionen sowie sonstige Unternehmen, deren wesentlicher Zweck darauf gerichtet ist, künstlerische oder publizistische Werke oder Leistungen aufzuführen oder darzubieten“.

  • toni

    Hallo Matthias, vielen Dank für diese tolle Übersicht! Eine Frage hätte ich allerdings noch: Muss ein Auftraggeber auch die KSA zahlen wenn ich nur als Design-Berater tätig war?

    Mfg toni
    Grafik Designer

    • kinesias

      Künstler ist, wer „Kunst schafft oder lehrt“. Dazu stellt sich auch die Frage: Gibst du dein Einkommen als Design-Berater bei der KSK an? Ich denk mal ja. Also müsste im Umkehrschluss auch KSK-Abgabe gezahlt werden.

  • Joel Klein

    Ich hätte eine Frage. Was ist wenn man selbst Angestellter ist (hauptberuflich) und dort nichts künstleriches macht. Jetzt aber ein Nebengewerbe betreibt wo man für Unternehmen Webseiten erstellt. Bzw. Templates anpasst ist das dann auch für das Unternhemen abgabepflichtig weil ich ja nicht in der KSK Mitglied bin und nur Farben anpasse und ein wenig das Layout anpasse?

    • kinesias

      Ob du selbst KSK-Mitglied bist oder nicht, ist für die KSK-Abgabe völlig egal. Selbst wenn ein Australier in Deutschland Kunst schafft, wird eine KSK-Abgabe fällig. Wenn die Firma, für die du arbeitest, nicht nur gelegentlich Web-Designer beauftragt, wird sie wohl KSK-Abgabe zahlen müssen. (was dir als Künstler nur recht sein kann ;) https://www.akademie.de/wissen/kuenstlersozialabgabe-ksk-pruefung/ksk-abgabe-wer-wofuer

  • Mark

    Hallo Matthias, schätz man ein zu geringens Jahreseinkommen kann das zu Geldbußen führen. Meine Frage ist, was passiert, wenn man zu viel angibt und deshalb einen höheren Beitrag, gemessen an der Schätzung, zahlt? Hätte das Auswirkungen auf die Höhe der Rente bzw. der Anzahl der Rentenpunkte? Wird die Rente später nach dem realen Einkommenssteuerbescheid oder auf Grund der gezahlten Beiträge berechnet, beruhend auf der Schätzung?

    • kinesias

      Hi Mark, die Rente wird anhand der eingezahlten Rentenbeiträge berechnet, die monatlich von der KSK abgebucht werden. Diese Höhe bestimmst du selbst.

  • Simone

    Hallo Matthias,
    vielen Dank…toller Beitrag. Meine Frage: Ich war Krankgeschrieben und bin jetzt wieder Gesund – allerdings hat die KSK entscheiden mich doch rauszuschmeissen mit der Begründung das ich Arbeitsunfähig bin. Aber ich bin
    gar nicht mehr Krankgeschrieben und habe mich rechtzeitig Gemeldet. Ich verstehe es überhaupt nicht. Ich bin seit 25 Jahren bei der KSK. Hilfe!

    • kinesias

      Leider kenne ich Ihre Vorgeschichte nicht – in diesem Fall sollten Sie mit der KSK telefonieren, die gibt Ihnen diesbezüglich sicher eine genaue Auskunft. Meiner Meinung nach muss da wohl ein Missverständnis vorliegen, oder es ist nicht mehr ganz klar, in welchem Bereich Sie weiterhin hauptberuflich tätig sind.

      • Simone

        Danke Kinesias – es ist doch ein Missverständnis….die hatten meinen Brief noch nicht bearbeitet.

  • Paul

    Hallo Matthias,
    zum Totlachen und gleichzeitig sehr informativ dein Artikel. Vielen Dank dafür. Ich habe alles verstanden. Bis auf Sache, die ich nicht verstehe und mich schon fast dafür schäme: Das Jahresarbeitseinkommen. Die Definition leuchtet mir einfach nicht ein. Ist das mein netto Betrag auf meinem Konto, nachdem ich die Umsatzsteuer abgeführt habe und nachdem ich die Umsatzsteuer der mir entstandenen Kosten abgezogen habe? Zieh ich davon dann noch die 14% Lohnsteuer ab und fertig ist mein Jahresarbeitseinkommen?

    • kinesias

      Hi Paul, das Jahreseinkommen ist das, was du im Jahr verdienst – Einkünfte minus Ausgaben VOR STEUERN und OHNE KSK-Abgaben.
      Die KSK fragen „Alda, was ist dein Jahreseinkommen“, du sagst „30.000 €“ und die KSK sagt: „Ok, dann zahlst du monatlich 500 Euro Sozialabgaben“. Dem Finanzamt sagst du dann im nächsten Jahr: „Leudde, ich hab letztes 30.000 Euro verdient, minus 500€x12= 6.000 € für Sozialabgaben (in der Steuererklärung heißt das „Vorsorgeaufwand“), und das Finanzamt sagt dann: „Gut, du zahlst dann bitte auf deine 24.000 €, die dir übrig geblieben sind, schön Steuern.“ Die 24.000 € sind das „Zu Versteuernde Einkommen aka ZVE“.

      Die Umsatzsteuer, die du kassierst, gilt buchhalterisch als Einkunft (schließlich ist da Cäsh auf deinem Konto gelandet). Da du dem Finanzamt diese schöne Umsatzsteuer dann am Ende des Monats oder Quartals rüberwachsen lassen musst, gilt sie dann wieder buchalterisch als Ausgabe. Wie gewonnen, so zerronnen.

  • Sabine M.

    Hallo, ich habe eine Frage: Ich bin seit Jahren als Designer in der KSK. nun habe ich eine Anstellung und bin für 6 Monate im Probejahr. Sprich, ich kann nach 6 Monaten gekündigt werden und muss als Freiberufler weiterarbeiten. Wie mach ich das mit der KSK? Ich möchte sicherheitshalber noch 6 Monate drinbeiben. Was muss ich bei der KSK angeben? welche Bemessungsgrundlage? danke für die Antwort im voraus, sabine

  • Anna

    Hallo Matthias, toller Beitrag! Ich hätte noch eine Frage: ich bin seit 2 Jahren als Designer selbstständig, habe mich aber bisher nicht bei der KSK gemeldet. Wenn ich mich jetzt anmelden würde, müsste ich dann die Beiträge zur Rentenversicherung nachzahlen? Ich nehme an, dass ich die „zu viel gezahlten“ Beiträge an die Krankenkasse aber nicht zurückbekommen würde. Vielen Dank im Voraus für eine Antwort! Anna

  • Nath

    Hallo, vielen Dank für den Beitrag. Der Einzige weit und breit im Netz auffindbar….Frage: Ich habe ein kleines Büro, dass Termine, Rechnungen und Angebote für zwei Selbständige Vortragsredner bearbeitet. Einer ist bei der KSK angemeldet, der Andere nicht. Ich werbe nicht für sie, sondern bearbeite „nur“ deren Korespondenz und deren Vortragstätigkeit. Bin ich meinst du KSK-Abgabepflichtig damit?

    • kinesias

      Hallo Nath, meiner Meinung nach bist du ja kein Kunst-Verwerter, sondern nur ein verlängerter Arm eines Künstlers. Hier gibt es einen interessanten Artikel dazu, ob Künstleragenturen KSK-pflichtig sind: http://www.kuenstlerrat.de/abgabepflspez.htm

  • Amir Fetratnejad

    Hallo Mathias, ein toller Beitrag.
    Eine Frage noch: Ich habe eine halbe Stelle als Festangestellte an einer Hochschule. Sonst bin ich weiterhin Künstler. Momentan läuft die Krankenversicherung /soziale Abgaben über Arbeitgeber. Die Krankenkasse schreibt, wenn ich dieses Jahr mehr als Künstler verdiene, dann soll ich mich wieder privat versichern. Könnte ich dann zu KSK wechseln, wenn ich alle Kriterien erfülle? Danke im Voraus für Deine Antwort. Amir

    • kinesias

      Hallo Amir, man zahlt immer dort seinen Krankenkassenbeitrag, wo man hauptberuflich arbeitet. Hauptberuflich heißt: du verdienst mehr als 50% deines Einkommens damit. Wenn du hauptberuflich selbständiger Künstler bist, darfst und MUSST du in die KSK. Mit Nebenjobs / nebenberuflichen Anstellungen darfst du dann maximal 5.400 € im Jahr verdienen, sonst muss dein Arbeitgeber (oder wenn du selbständig bist: du selbst) die Krankenkassenbeiträge zahlen. Für die Rentenversicherung gilt das nicht. Mehr Infos dazu findest du hier: http://www.bbk-berlin.de/con/bbk/front_content.php?idart=287

  • nikki a

    Hallo Matthias

    Danke für die informative Zusammenfassung, sehr gut erklärt, wie ich finde. Hast du eine Idee, wie das mit der KSK in folgendem Fall ist:
    Angenommen ich arbeite in Deutschland, bzw. habe ausschließlich Auftraggeber aus Deutschland. Bin in Deutschland gemeldet, zahle hier auch daher meine Steuern, möchte aber für einige Jahre im Ausland reisen, wie lange habe ich jedoch noch nicht entschieden. Da ich also für einen längeren Zeitraum nicht in Deutschland sein werde, möchte ich meine Krankenversicherung auf Anwartschaft setzen lassen. Ich schließe eine Auslandskrankenversicherung ab und möchte nicht unnötig für zwei Krankenversicherungen bezahlen, zumal die gesetzliche Krankenversicherung in Deutschland mir im Ausland ja überhaupt nix bringt.
    Verliere ich meinen Status bei der KSK? Meine Steuern zahle ich ja weiterhin in Deutschland und habe hier auch meinen festen Wohnsitz. Akzeptiert die KSK die Anwartschaft überhaupt und wie würde sich das auf den Beitrag auswirken?
    Die Anwartschaft möchte ich aufrechterhalten, weil mir die Krankenkasse gesagt hat, dass ich lieber nicht austreten sollte, weil ich unter Umständen bei meiner Rückkehr keine Garantie habe, dass sie mich wieder aufnehmen.
    Kennst du vielleicht zufällig solch einen Fall oder weißt etwas darüber?

    • kinesias

      solange du mindestens 3.900 € als Künstler in Deutschland verdienst, hauptberuflich Künstler bist und in Deutschland Steuern zahlst, ist es eigentlich egal, wo du dich aufhältst. Soll ja auch deutsche Drehbuchautoren geben, die am Strand von Rio de Janeiro ihre Drehbücher schreiben :) Daher sollte eine Krankenkassen-Anwartschaft bei der KSK kein Problem sein – aber am besten selbst nachfragen.

  • Josi

    Hallo!
    Vielleicht kann mir jemand zu diesem Fall mehr sagen: ich war mein Leben lang privat versichert durch die Familienversicherung meiner Eltern. Jetzt studiere ich und bin weiterhin als Studentin dort versichert (also von der gesetzlichen Versicherungspflicht befreit worden). Ich habe jetzt neben dem Studium bereits eine selbstständige Nebentätigkeit laufen. Wenn ich diese Tätigkeit nach dem Studium zur Vollzeittätigkeit ausweite, dürfte ich, sofern die Künstlersozialkasse mich annimmt, auswählen ob ich in die gesetzliche wechseln möchte oder muss ich in der privaten bleiben?

  • Marion

    Lieber Matthias,

    ich bin eine Musikstudentin die bald über 30 sind wird, ich komme aus Frankreich. Ich arbeite schon mehr als 5stunden pro Woche in eine Vdm Musikschule.
    Ich probiere seit Monate mich bei der KSK anzumelden.
    Ich hätte ein paar frage
    – darf ich von dem Versicherungspflicht befreit werden?
    – bei welche Gesetzliche Krankenkasse darf ich mich anmelden?(als Studentin über 30 ist leider super teuer bei der gesetzliche…ich wollte dann bei der privatlich probieren aber bei der KSK darf ich nur gesetzlich versichert sein…)

    Hättest du zufällig eine gute Empfehlung für mich?
    Ich muss sagen dass ich dazu noch bisschen verwirrt bin da die KSK Mitarbeiter manchmal mir gegenseitigen Erklärungen gegeben haben.

    Herzlichen Dank!
    Mit viele Grüße
    Marion

    • kinesias

      Hi Marion, es steht dir frei, welche Krankenkasse du wählst, zB Techniker Krankenkasse, AOK, Barmer, .. Die kosten und leisten alle mehr oder weniger gleich viel. Viele Künstler sind erfahrungsgemäß bei der Techniker Krankenkasse (TK). Eine gesetzliche Krankenkasse ist für Künstler meiner Meinung nach immer günstiger als eine private Krankenkasse. Damit du in die KSK darfst, musst du mindestens 50% deiner Zeit als Künstler tätig sein und damit mindestens 3.900 € im Jahr verdienen.

  • Oli

    Hi Matthias,
    super Infos hier. vielen Dank!

    Eine Frage habe ich jedoch: Ich mache mich gerade selbständig und gehe für eine Weile in die USA. Aus den USA werde ich (auch) für deutsche Auftraggeber arbeiten.
    Gerade bin ich dabei, meinen Antrag auf Aufnahme in die KSK zu stellen.
    Ich überlege aber, ob ich mich in Deutschland abmelde. Kann ich dann trotzdem in die KSK rein oder muss man in Deutschland gemeldet sein?

    Vielen Dank und viele Grüße